Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.12.2016


Bezirk Imst

Seelsorger stellt in Stams aus

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© Dorn



Stams, Umhausen – Dass man auch als Pfarrer der künstlerischen Kreativität als zweite Berufung durchaus mit großer Liebe nachgehen kann und darf, war für den Umhausener Pfarrer Alois Juen nicht immer so eine Selbstverständlichkeit, wie er sie heute präsentiert. Im Kreuzgang des Stiftes Stams werden noch bis zum 29. Jänner Bilder des Seelsorgers gezeigt, die dessen Glauben verkünden und die tiefe Sehnsucht des Menschen nach dem Göttlichen widerspiegeln.

Obwohl Juen schon während seiner Zeit im Stamser Internat von seinen Lehrern zum künstlerischen Schaffen ermutigt wurde und selbst seine Schwindelzettel vor künstlerischem Ausdruck nur so strotzten, hat sein geistliches Amt ihm anfangs doch den Weg zum Pinsel erschwert. Erst Jahre, nachdem er Pfarrer geworden war, griff er wieder zu den Farben, denen er solch ein Strahlen einzuhauchen imstande ist. „Heute bin ich gerne Pfarrer, Priester, Maler und Zeichner zugleich“, betont er.

Als Bekenntnis zum Glauben sieht er seine Kunst, doch es stellte auch für ihn eine Herausforderung dar, thematisch so ins Konkrete zu gehen, wie ihm das inzwischen anhand der unterschiedlichsten Techniken und einer Vielfalt an Stilen gelingt. Auch Laudator Matthias Miranda bewunderte die Vielschichtigkeit des künstlerischen Werks: „Weder im Stil noch im Motiv findet sich bei Alois Juen eine Wiederholung.“ Die Bilder, so Juen, seien nicht fürs Museum gemalt, sondern für die Leute. Da er sie auch nicht horten wolle, stehen sie nun zum Verkauf. Der Erlös wird zur Unterstützung von Familien in der Region verwendet.

Die Ausstellung ist jeweils Freitag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. (ado)

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