Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.12.2016


Gesellschaft

Ohrenbetäubender Lärm sorgt für volle Gasthäuser

Lautstark startet die Zugspitzgemeinde am 5. Jänner wieder in die Fasnacht. Die Einscheller treiben bereits zum 60. Mal ihr Unwesen.

Ausdauer ist beim Schellerteam gefragt: Die jungen Burschen schellen sich traditionell durch die gesamte Gastronomie des Ortes.

© OberreiterAusdauer ist beim Schellerteam gefragt: Die jungen Burschen schellen sich traditionell durch die gesamte Gastronomie des Ortes.



Von Simone Tschol

Ehrwald – Die Dauer der Fasnacht ist im Zugspitzdorf fest geregelt: Sie beginnt mit dem Auftritt der Einscheller zu Jahresbeginn und wird von der Hexenmusi am Faschingsdienstag beendet. Am 5. Jänner geht’s wieder los. Und diesmal gibt’s sogar einen Jubiläumslauf. Immerhin sind die Einscheller zum 60. Mal unterwegs, um – so will es die Tradition – mit ohrenbetäubendem Lärm durch die Gasthäuser zu ziehen, die Fasnacht einzuläuten und gleichzeitig den bösen Wintergeistern den Garaus zu machen. Und das Interesse ist riesig. Nur wer früh genug dran ist oder pures Glück hat, wird noch ein freies Plätzchen ergattern.

Das Ritual ist wie immer streng geregelt. Zuerst peitschen die Schnöller mit ihren „Goaßeln“ vor dem Wirtshaus, der Goaßbock fegt darauf­hin mit den besenschwingenden Hexen durch die Gasträume. Danach hüpfen die Roller mit den kleinen Glöckchen im Einklang durch und schließlich verschaffen sich die Scheller mit ihren gewaltigen Glocken lautstark Respekt. Die größten – wie der Glockengurt des Oberschellers – wiegen an die 35 Kilogramm. Ein besonderes Unikum ist der streng duftende „Goaßbock“, das Fell wird jedes Jahr geruchsmäßig aufgefrischt – es übernachtet dazu eine Woche im Goaßstall.

22 junge Burschen zählt heuer das Schellerteam um Klaus Posch. Und wie üblich werden auch heuer ausschließlich Unterdörfler im Einsatz sein. Genau so, wie es die Statuten verlangen. Neben Kondition ist auch Trinkfestigkeit gefragt, denn alle Hotels und Gasthäuser im Ort – immerhin über 30 – werden besucht und überall wird ein kleines Bier oder ein Schnäpschen kredenzt. Auch Spenden werden gerne entgegengenommen, schließlich muss die Ausrüstung laufend erneuert werden. Mit dem Verkauf von CDs und Schnaps bessern die Einscheller ihre Vereinskasse zusätzlich auf. Der Schellerlauf beginnt am 5. Jänner um 17.45 Uhr bei der Brentalm, um 23 Uhr ist der Spuk wieder vorbei.

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