Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 18.01.2017


Landeck

Mit juristischer Kompetenz durch den „Sozialdschungel“

Landecker Sprengel hat eine Juristin in die mobile Pflege aufgenommen: Manuela Juen will eine „unkomplizierte Ansprechpartnerin“ für alle sein.

© WenzelBei Manuela Juen (5. v. l.) laufen künftig alle Fäden der mobilen Pflege zusammen. Das Sprengel-Team nahm sie erfreut mit ins Boot: Obmann-Stellvertreter BM Wolfgang Jörg, Corinna Zangerl, Monika Wackernell, Angelika Scheiber, Erika Moser, Obmann Toni Pircher und Pflegedienstleiterin Birgit Zangerl (v. l.).Foto: Wenzel



Von Helmut Wenzel

Landeck – „Wir brauchen einen ,Kümmerer‘, der sich im Sozialdschungel auskennt und bei dem alle Fäden für hilfesuchende Menschen mit Pflegebedarf zusammenlaufen.“ Das war das Resümee im Dezember 2015 – am Ende des zweijährigen Landecker Pilotprojekts „Sorgende Gemeinde“ – die TT berichtete.

Nach mehr als einjähriger Suche hat der Sozialsprengel Landeck, Zams, Fließ und Schönwies den Kümmerer gefunden. Es ist die Juristin Manuela Juen aus See. Als Beruf gibt sie Sozialarbeiterin an, als „Kümmerin“ möchte sie nicht bezeichnet werden.

„In der mobilen Pflege betreuen wir rund 270 Klienten“, zeigte Sprengelobmann Toni Pircher am Montag auf. „Unser 50-köpfiges Team hat 2015 rund 54.000 Pflegestunden geleistet, die Tendenz ist weiter steigend.“

Vor diesem Hintergrund sei die Sprengelarbeit neu strukturiert worden, man habe u. a. Bereichsleiter in den vier Gemeinden installiert. Mit Manuela Juen habe man schließlich die „soziale Drehscheibe“ für die Sprengel-Region besetzen können. BM Wolfgang Jörg, stellvertretender Sprengelobmann, streute ihr Rosen: „Es ist ein Glücksfall, dass sie mit im Boot ist. Sie versteht es, auf die Leute zuzugehen.“

Das Aufgabengebiet der neuen Sprengel-Sozialarbeiterin ist riesengroß, wie sie selbst einräumt. Ob sie vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht? – „Diese Sorge habe ich nicht. Ich mache effizientes Management by doing.“ Sie möchte unkomplizierte, unkonventionelle und vor allem kurze Wege gehen. „Als Ansprechpartnerin bin ich zuerst eine geduldige Zuhörerin, um das Vertrauen der Klienten zu gewinnen.“ Im Sprengel-Büro wird Manuela Juen nur am Donnerstag von 10 bis 14 Uhr anzutreffen sein. In der übrigen Zeit macht sie Hausbesuche. Auch ihre Handynummer ist kein Geheimnis: 0699/16660243. Allzu hohen Erwartungen erteilt die Sozialarbeiterin allerdings eine Absage: Sie sei kein „Wunderwuzzi“, der alles sofort erledigen kann. Sehr wohl werde sie Klienten „an kompetente Stellen im sozialen Netzwerk“ weitervermitteln.

Obmann Pircher sieht die mobile Sozialarbeit, die Juen leistet, „als kostenloses, niederschwelliges, ergänzendes Serviceangebot für die Bevölkerung in den vier Sprengelgemeinden“. Im Februar sei übrigens die Gründung des Vereins „Sorgende Gemeinde“ geplant.




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