Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.02.2017


Bezirk Imst

Netzwerk für Integration nimmt konkrete Formen an

Im Bezirk Imst möchte man die Intergrationsarbeit der Institutionen und Freiwilligen mit Asylwerbern unter einen Hut bringen.

© DornAuch Caritas-Präsident Georg Schärmer (r. o.) beteiligte sich an der „Denkwerkstatt für Integration“. Foto: Dorn



Von Agnes Dorn

Imst – Der Aufbau eines regionalen Integrationsnetzwerkes als Regio-Projekt schreitet voran: Nach der Auftaktveranstaltung im November und dem ersten Treffen der Steuerungsgruppe, zu der das Integrationsbüro, der Verein „Miteinand“ und das Regionalmanagement Imst gehören, fand diese Woche ein Arbeitsgruppentreffen statt, an dem die bereits angeschnittenen Themenbereiche konkretisiert wurden. An der im Roten-Kreuz-Festsaal ausgetragenen Veranstaltung beteiligten sich – neben einigen Ehrenamtlichen und zwei Asylberechtigten – Vertreter der Tiroler Sozialen Dienste und der GemNova, Caritas, Rotes Kreuz und AMS sowie Vertreter der Gemeinden Roppen, Karres, Wenns, Imst und Haiming.

An vier Tischen beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Themen Vernetzung und Kooperation des Ehrenamts und Bildung. Deutlich herauskristallisiert hat sich das Manko, dass zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen fast gar keine Netzwerke vorhanden sind. Der Wunsch nach Freiwilligenstammtischen, die regelmäßig regional und überregional stattfinden sollten, wurde dabei immer wieder geäußert.

Auch betonten die Anwesenden mehrmals, dass Integrationsarbeit in diversen Vereinen ebenso unterstützt werden müsste wie zum Beispiel die Mitarbeiter der Gemeinden, die mit Asylwerbern zusammenarbeiten würden: „Integration und Gemeinwohl sollten als Zusatzaufgabe zu den ursprünglichen Vereinszwecken hinzukommen“, wünscht sich Caritas-Direktor Georg Schärmer für die Zukunft. Ingo Mayr, BM von Roppen, ortet Nachholbedarf ebenso bei den Gemeindevertretern: „Auch wir müssen uns an den Nasen nehmen und die Freiwilligen gelegentlich fragen, wie es ihnen geht.“ Ein „Kümmerer“ als Bindeglied zwischen den einzelnen Engagierten für jede Gemeinde wäre wohl der Wunschkandidat aller. Was im Energiebereich durch die Energieberater funktioniert, sollte nach der Vorstellung aller auch im Integrationsbereich machbar sein.

Auch die bereits länger bekannten Problematiken – wie die fehlende Mobilität der Asylwerber – wurden bei diesem Treffen ebenfalls wieder zur Diskussion gebracht. Die vielen mittels Brainstormings entstandenen Ideen werden nun in der Folge ausgewertet und von der Steuerungsgruppe des Regio-Projekts am 20. Februar besprochen. Darüber hinaus sind zwei Freiwilligentreffen in Planung.




Kommentieren


Schlagworte


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Exklusiv
Exklusiv

Der zornige Mann: Journalistin Angelika Hager im Interview

Männer befinden sich nicht erst seit #MeToo in der Krise, sagt Angelika Hager. Was die maskuline Unsicherheit und Unzufriedenheit mit Donald Trump zu tun hat ...

Thanksgiving
Thanksgiving

„Peas“ und „Carrots“ dürfen leben: Trump begnadigt Truthähne

Es ist ein festes Ritual im Weißen Haus: Vor Thanksgiving begnadigt der US-Präsident zwei Truthähne. Die Tiere wurden schon vor der Zeremonie verwöhnt: Sie ü ...

Gesellschaft
Gesellschaft

Aufregung um Lugners Black-Friday-Plakate

Eine Plakataktion von Richard Lugner sollte für besondere Rabatte werben, löste stattdessen aber lediglich einen Sturm der Entrüstung aus.

Lotto
Lotto

Historischer Siebenfachjackpot: Rund 16 Millionen Tipps erwartet

Am Mittwochabend geht es beim ersten Siebenfachjackpot der Geschichte um 14 Millionen Euro. Die Ziehung findet unter strengsten Sicherheitsvorschriften statt ...

KidsRights
KidsRights

Kampf gegen Waffengewalt: US-Schüler erhalten Kinder-Friedenspreis

Sie überlebten ein Schulmassaker – und starteten eine Protestbewegung gegen Waffengewalt, die Hunderttausende Menschen auf die Straße brachte. Nun sind die S ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »