Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 13.03.2017


Bezirk Reutte

Mehr als 15.000 Fahrgäste: Flexi-Bus voll auf Kurs

Mit rekordverdächtigen Fahrgastzahlen bilanziert das „Flexi-Shuttle“ Wängle-Höfen. Der Vereinsvorstand wünscht sich noch mehr Fahrer.

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© Nikolussi



Von Hans Nikolussi

Wängle, Höfen – Leichte Sorgenfalten auf den Stirnen der beiden Gemeindechefs Christian Müller (Wängle) und Vinzenz Knapp (Höfen) bildeten sich bei der Jahreshauptversammlung des Vereins „Flexi-Shuttle“ kürzlich in den Räumen des Widums von Wängle. Vor einem guten Dutzend Vereinsmitgliedern präsentierte der Vorstand trotz allem eine positive Bilanz.

Waren zum Start der Initiative noch mehr Fahrer (330) als notwendig vorgemerkt, hat sich das nun doch verschoben – 240 Männer und Frauen aus den beiden Orten bilden den harten Kern. Vor allem die Freude an den Nachtdiensten freitags, samstags und vor Feiertagen lasse zu wünschen übrig. Gerade diese Nachtfahrten nutzen vor allem Jugendliche und Nachtschwärmer. Die Bereitschaft der Jugend zu diesen Diensten scheint allerdings nicht besonders ausgeprägt zu sein. Es erging daher der Appell an die Gemeindebürger beider Kommunen, sich mehr für das erfolgreiche Konzept zu engagieren. Obmann Bürgermeister Christian Müller aus Wängle und sein Vorstand würden sich also noch mehr Bereitschaft zum Fahren bei ihren Bürgern wünschen.

Im vierten Jahr des Bestehens des „Flexi-Shuttle“ hat sich das Ruftaxi der beiden Gemeinden erneut positiv bestätigt. Knapp über 15.000 Personen wurden 2016 befördert, der Bus beziehungsweise die Busse legten dabei 83.000 Kilometer zurück. Das erste Fahrzeug kam in die Jahre, verursachte Reparaturen und damit Standzeiten, und wurde gegen ein neues, kürzeres Modell getauscht, das im November in Dienst gestellt wurde. Ein neues digitales Kartenlesegerät wurde eingebaut und die Software in der Erfassung und Logistik erneuert.

Die Zahl der Freifahrten für Fahrer musste mit 130 Fahrten gedeckelt werden. Damit dürfte wohl der Bedarf von 99 Prozent der Fahrer gedeckt sein und sich die Gratisfahrten, die auch schon mal bei über 400 im Jahr für eine Person lagen, deutlich reduzieren. Die beiden Gemeinden, die nach wie vor mit dem Verkehrsverbund Tirol hadern, wollen sich ihr Erfolgsmodell durch Auswüchse solcher Art auf jeden Fall nicht madig machen lassen. Der Betrieb steht nicht zuletzt durch die engagierte Freiwilligenarbeit auf soliden finanziellen Beinen, die Abdeckung der Kosten durch die Gemeinden hält sich mit je 7000 Euro in überschaubarer Größe. Die Leistung der freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer mit ihren 420 Diensten, davon gut ein Drittel bei Nacht, werden mit Dank in der Bevölkerung anerkannt.

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Im Schnitt wurden pro Dienst rund 200 Kilometer zurückgelegt. „Dass dabei den Beteiligten allerhand abverlangt wird, ist auch klar. Es gab sogar Leute, die sich zur Arbeit fahren ließen, mit ‚falschen‘ Euromünzen zahlten oder die Fahrer über längere Zeit warten ließen“, ließ der Vereinsvorstand wissen.

Der Rufbusverein, der konstant 1500 Mitglieder zählt, hat sich jedenfalls in den letzten Jahren mehr als etabliert.