Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.04.2017


Bezirk Kitzbühel

Wache halten am Grab des Heilands in St. Johann

Mit elf Metern Höhe und einer Breite von knapp zehn Metern besitzt St. Johann eines der größten Ostergräber Tirols.

Zwei Schützen bewachen das Ostergrab jedes Jahr in der Pfarrkirche St. Johann.

© WörgötterZwei Schützen bewachen das Ostergrab jedes Jahr in der Pfarrkirche St. Johann.



St. Johann i. T. – Zum zwölften Mal hintereinander stellten rund 20 freiwillige Helfer Anfang dieser Woche das Ostergrab in der St. Johanner Pfarrkirche auf. Kein leichtes Unterfangen – ist das Bauwerk doch elf Meter hoch und 9,62 Meter breit und damit das zweitgrößte Ostergrab in Tirol.

Das Ostergrab erfreute bereits in den 50er- und 60er-Jahren die St. Johanner Gläubigen. Allerdings wurde es zwischenzeitlich vergessen. Carl Hofinger ist es zu verdanken, dass der Brauch „auferstanden“ ist – er hatte das Ostergrab nämlich vor zwölf Jahren in der Empore der Pfarrkirche wiederentdeckt. „Es war sehr verwahrlost“, erinnert sich Hofinger, der jahrelang als Aufbauchef fungierte.

Von 2005 bis 2007 wurde das Ostergrab aufwändig restauriert. Als Hilfe diente dabei ein Schwarz-Weiß-Bild des aufgestellten Grabes aus den 1950er-Jahren. Der Wert des knapp 200 Jahre alten Grabes ist nicht nur ein ideeller – die Versicherungssumme beträgt 200.000 Euro.

Zur Tradition gehört, dass die Feller-Schützen das Ostergrab bewachen. „Heute fangen wir um 9 Uhr an“, verrät Oberleutnant und Kassier Hermann Sojer. Zwei Schützen werden vor dem Altar das Grab bis zur Osternachtsfeier um 21 Uhr bewachen. Als Höhepunkt wird die Auferstehung Christi von den Schützen mittels eines eigenen Aufzugsmechanismus dargestellt. (miho)