Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.04.2017


Gesellschaft

Der Osttiroler Feuerwehr geht das Löschwasser aus

Die lange Trockenheit hat brandgefährliche Folgen. Feuerwehrkommandant ruft zu höchster Vorsicht auf.

null

© BFV Lienz



Von Catharina Oblasser

Lienz – Schon der allerkleinste Funke kann zu einem verheerenden Flächenbrand führen. Denn in Osttirol ist es so trocken wie schon seit Langem nicht mehr. Seit fast einem halben Jahr hat es keine nennenswerten Niederschläge mehr gegeben.

Nun hofft Feuerwehr-Bezirkskommandant Herbert Oberhauser auf den angekündigten Regen in den nächsten Tagen. Denn in gleichem Maße, in dem die Trockenheit steigt, schwinden die Vorräte an Löschwasser in den Bächen. Ein Bild von der Situation konnten sich Feuerwehrleute vor Kurzem bei einer Waldbrandübung in Außervillgraten machen. Sie trainierten den Löscheinsatz mit zwei Hubschraubern. „Dabei füllten die Teams Wasser aus dem Winkeltalbach in Behälter. Diese flog der Hubschrauber dann an den Ort des Übungsszenarios auf 1800 Metern Höhe“, beschreibt Oberhauser. Für ihn ist die Lage mittlerweile dramatisch. „Durch die Trockenheit ist die Schüttung aller Bäche zurückgegangen. Besonders stark betroffen sind sonnseitige Gebiete.“ Als Beispiel nennt der Feuerwehrkommandant den Norden des Lienzer Talbodens. Bei einem Lokalaugenschein zwischen dem Debantbach und dem Aineter Daberbach hätten sich keine Bäche, sondern nur noch Rinnsale gezeigt.

Im Brandfall müsste die Feuerwehr eventuell zu einer Notlösung greifen: die betroffene Fläche rundherum sichern, sodass sich das Feuer nicht weiter ausbreitet, und sie dann abbrennen lassen. Oberhauser appelliert an alle Wanderer und Spaziergänger, extrem vorsichtig zu sein. Jede weggeworfene Zigarette kann zu einer Katastrophe führen.