Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.05.2017


Festival der Wissenschaft

Wirtshausplausch einmal anders

Beim Festival der Wissenschaft nächste Woche in Innsbruck wird nicht nur der Bierdurst gestillt.

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© Verein Wissensdurst



Von Gabriele Starck

Innsbruck – Die Suche nach dem Rezept für ewige Jugend. Der tatsächliche Einfluss von Pflanzen auf die menschliche Gesundheit. Die Tatsache, dass das Ende der Erde bereits besiegelt ist, ebenso wie der Zeitpunkt. Gedanken, warum die Menschen trotz des Wissens über den Klimawandel nicht reagieren. Überlegungen, ob es kons­truktive Gegenstrategien zum Rechtspopulismus gibt.

All das und noch viel mehr wird kommende Woche an Wirtshaustischen in Innsbruck Thema sein. Wie schon im vergangenen Jahr werden heimische WissenschafterInnen in entspannter Atmosphäre in vier Innsbrucker Lokalen über ihre neuesten Forschungserfolge und Innovationen erzählen. Bei dem ein oder anderen Getränk hoffen sie dann auch auf eine angeregte Diskussion mit den interessierten Gästen.

Lief das Wissenschaftsfestival im Vorjahr noch unter dem Namen „Pint of Science“, so haben sich die Österreich-Initiatoren Teresa Kaserer und Andreas Lieb heuer vom britischen Vorbild gelöst und veranstalten den wein- bzw. bierlaunigen Vortragsreigen unter dem Namen „WissensDurst“. Sie hätten sich wegen geänderter Rahmenbedingungen kurzfristig für eine unabhängige Initiative entschieden, sagt Kaserer.

Dafür ist das Wissensfestival gewachsen. Denn es findet heuer auch in Salzburg und in Wien statt, wenn auch in kleinerem Rahmen als in Innsbruck, freuen sich Kaserer und Lieb.

In der Tiroler Landeshauptstadt werden wieder die Themenschwerpunkte „Die Wunder des menschlichen Körpers“, „Unglaublich, das Gehirn“ und „Von Atomen bis zu Galaxien“ angeboten. Neu hinzugekommen ist der Komplex „Unsere Gesellschaft“. Damit sind die Veranstalter einer Anregung der Vorjahres-Gäste gefolgt, auch Themen abseits der Naturwissenschaften aufzugreifen.

Denn Kaserer und der Weerberger Lieb, die beide in London arbeiten und leben, wären nicht Wissenschafter, hätten sie nicht das Interesse am letztjährigen Festival mithilfe einer kleinen Umfrage genau analysiert. So wurden die Vorträge von insgesamt 400 Personen besucht. Die Mehrheit der Interessierten hatte selbst im Alltagsleben nichts mit Forschung zu tun. Über 80 Prozent der Befragten gaben an, dass die Veranstaltung ihr Interesse an Forschung gestärkt habe, und fast 90 Prozent nahmen sich vor, wiederzukommen. Ein Zeichen, dass der Wissensdurst der Menschen groß ist und dass sie das Angebot, ihn zu stillen, auch annehmen.