Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 04.06.2017


Bezirk Imst

Rekord beim Mopedmarathon

In nur fünf Jahren wurde aus einer Wette ein Großevent. Anlässlich des heurigen Mopedmarathons steuern 1500 Zweiradfanaten Sölden an.

© ÖMMBereits um 6 Uhr in der Früh starten die Mopeds am Renntag in Sölden.Foto: Ötztal Mopedmarathon



Von Matthias Reichle

Sölden – „Ich hab im Leben nicht geglaubt, dass das einmal so groß wird“, schmunzelt Manuel Ribis. Bei der ersten Ausgabe des Ötztaler Mopedmarathons vor fünf Jahren waren es noch sechs Fahrer, heuer sind es über 1500 Teilnehmer. „Wo kommen die nur alle her?“, wundert er sich nicht zum ersten Mal.

Dabei wurde der Spaß­event im kleinen Kreis aus einer Wette heraus geboren – den Ötztal Radmarathon einmal mit 50 ccm zu absolvieren.

Das klingt zunächst einfacher, als es ist: Auf die Teilnehmer warten vier Pässe – das Kühtai (2020 m), der Brennerpass (1377 m), der Jaufenpass (2094 m) und das Timmelsjoch (2509 m) – insgesamt 5500 Höhenmeter und 238 Kilometer Strecke. Für so manches Moped wird auch der heurige Start am 24. Juni wahrscheinlich der letzte sein. Es gewinnt allerdings nicht der Schnellste, sondern der mit der exaktesten Mittelzeit zwischen dem Schnellsten und dem Langsamsten.

Von Jahr zu Jahr steigerten sich daraufhin die Teilnehmerzahlen. 2016 hatte man sich eine Grenze von 1111 auferlegt, aber auch die war heuer nicht mehr zu halten, betont Ribis.

Die weiteste Anreise nehmen acht Mopedfanaten aus Riga auf sich. „Die fahren 2000 Kilometer, um dabei zu sein.“ Wie sie von der Veranstaltung erfahren haben, das weiß auch der Organisator nicht.

Aufgrund der Teilnehmerzahlen ist der Mopedmarathon jedenfalls inzwischen auch für den Tourismus eine messbare Größe – denn viele „bleiben drei Nächte“. Auch heuer wird es bereits am Freitag vor dem Start einen Glacierride mit 570 Mopeds geben.

„Ich schätze, dass 70 Prozent Stammfahrer sind“, so Ribis. Wer einmal dabei ist, will meist wiederkommen – „und fragt seine Spezln, ob sie mitkommen“. Das bedeutet viel Organisation. Nicht zuletzt wird der Platz für Start und Party danach immer knapper. Man bekomme viel Unterstützung. Zwei Leute sind mehr oder weniger das ganze Jahr mit Vorbereitungen beschäftigt.

Eine Neuerung gibt es heuer. Radrennfahrer Patri­c Grüner, der bisher am Drahtesel der Pacemaker der Veranstaltung war, nimmt am Race Acros­s America teil. Deshalb werde man sich einen „virtuellen Patric aus Pappkarton“ basteln und auf ein Motorrad setzen, kündigt Ribi­s an.