Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.06.2017


Bezirk Kufstein

Eingezäunte Wiese zur Duxer Alm regt weiter auf

Der Kufsteiner GR Richard Salzburger spricht von Rechtswidrigkeit. Der Grundeigentümer lässt nun seine Rechtsanwältin antworten.

Mit Fotos wie diesem hat Richard Salzburger die Absperrungen dokumentiert. Er spricht von einem längst ersessenen Gehrecht. Der Grundstücksbesitzer stellt dies allerdings in Abrede.

© SalzburgerMit Fotos wie diesem hat Richard Salzburger die Absperrungen dokumentiert. Er spricht von einem längst ersessenen Gehrecht. Der Grundstücksbesitzer stellt dies allerdings in Abrede.



Von Michael Mader

Kufstein – Ende des vergangenen Jahres hat sich der Kufsteiner Gemeinderat und Rechtsanwalt Richard Salzburger über eine für Schafe abgesperrte Wiese auf dem Weg zur Duxer Alm aufgeregt, weil er dort ein ersessenes Gehrecht sieht. Der Grundstückseigentümer, der frühere Unternehmer Richard Labek, stellte dies in Abrede – die TT berichtete.

Doch Salzburger will nicht aufgeben. Nachdem Teile des Zaunes im Winter für die Skitourengeher abmontiert worden sind, ist die Absperrung nun wieder vorhanden. „Die eigenmächtige Abzäunung von Teilen der Duxer Alm ist rechtswidrig. Und zwar aufgrund des längst ersessenen Gehrechtes auf dem Weg der ehemaligen Skipiste. Der Bürgermeister wurde daher vom Rechtsausschuss, dessen Obmann ich bin, vor Monaten aufgefordert, auf die Grundeigentümer dahingehend einzuwirken, Wanderern zumindest eine fußläufige Durchquerung der abgezäunten Bereiche zu ermöglichen.“

Jetzt seien weitere, neue Zäune aufgestellt worden. „Die Untätigkeit des Bürgermeisters wirft Fragen auf, zumal ihm als Jurist klar sein müsste, dass nach einigen Jahren eine Freiheitsersitzung möglich ist und daher fristgerecht rechtliche Schritte gegen die rechtswidrige Abzäunung bzw. für eine Benützung des Weges zu ergreifen sind“, beschwert sich Salzburger.

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- Salzburger

Bürgermeister Martin Krumschnabel ist sich keiner Schuld bewusst: „Ich habe den Auftrag bekommen, mit dem Grundstücksbesitzer Gespräche zu führen. Das habe ich auch gemacht, allerdings haben sie nicht gefruchtet.“ Er wüsste auch nicht, warum. „Es hat sich bis heute an der Situation nichts geändert. Es gibt kein öffentliches Bedürfnis, dass hier querfeldein gegangen wird. Die Forstabteilung hat gesagt, dass es im Sinne des Waldschutzes sinnvoll ist, hier einen Zaun zu errichten“, sagt Krumschnabel.

Grundstückseigentümer Richard Labek jedenfalls hat von den Angriffen genug und lässt seine Rechtsanwältin antworten. In dem Schreiben heißt es unter anderem, dass keine Notwendigkeit bestehe, querfeldein über steiles und unwegsames Gelände zu marschieren. Dort würden Schafe weiden. Jetzt sei der Zaun an mehreren Stellen durchschnitten worden, sodass die Schafe entlaufen konnten und stundenlang gesucht werden mussten. Selbstverständlich müsse Labek Anzeige erstatten.

„Ich gehe davon aus, dass ein einseitiges Einschreiten deinerseits künftig nicht mehr erfolgt, du niemanden zu rechtswidrigem Verhalten animierst und auch als Mitglied des Gemeinderates die vom Bürgermeister der Stadtgemeinde Kufstein vertretene Meinung, dass diese keine Ersitzung beansprucht, ab sofort auch nach außen trägst“, heißt es im Rechtsanwaltsschreiben wortwörtlich.

Salzburger indes bleibt unbeeindruckt: „Ich lasse mir sicher nicht den Mund verbieten oder einen Maulkorb verpassen. Noch haben wir die Meinungsfreiheit.“


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