Letztes Update am Mi, 07.06.2017 07:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gemeinsame Deklaration

300 Imame in Österreich setzen Zeichen gegen Terror

Am 14. Juni wollen alle Imame der Islamischen Glaubensgemeinschaft eine Deklaration gegen Extremismus unterzeichnen. „Wir haben mit Terroristen, die unsere Religion missbrauchen nichts zu tun“, lautet die zentrale Botschaft.

Ibrahim Olgun, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.

© APA/IGGIÖIbrahim Olgun, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.



Wien - Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) setzt ein Zeichen gegen den internationalen Terrorismus. Am 14. Juni wollen alle rund 300 Imame der offiziellen Muslime-Vertretung eine Deklaration gegen Extremismus unterzeichnen, berichtete der Kurier (Mittwoch-Ausgabe). Zu diesem Zweck kommen die Geistlichen im Islamischen Zentrum in Wien-Floridsdorf zusammen.

Die Bevölkerung wisse nicht, was in den Moscheen gepredigt wird, „zwischen Terror und der friedlichen Religion Islam wird zu wenig differenziert“, begründete IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun die Aktion. „Wir haben mit Terroristen, die unsere Religion für ihre Zwecke missbrauchen nichts zu tun, wir gehören nicht zueinander“, soll laut Imam Ramazan Demir, Gefängnisseelsorger und Organisator der Deklaration, die Botschaft sein.

Menschenkette von Islamzentrum zu katholischer Pfarre geplant

Die Initiative - sie soll auch eine Klarstellung für „schwarze Schafe“ sein - sei von den Imamen selbst ausgegangen, betont man in der IGGiÖ. Die Deklaration, die an alle Parlamentarier, Medien sowie andere Religionsgemeinschaften übermittelt wird, solle zudem nicht die letzte Aktion dieser Art bleiben. Für den Sommer ist eine Menschenkette vom Islamischen Zentrum über die Donaubrücke bis zur nächsten katholischen Pfarre geplant.

Ein Zeichen der Trauer und der Solidarität mit den Terroropfern hat man bereits in der Schura-Moschee in Wien-Leopoldstadt gesetzt. Im Rahmen der Ramadan-Nachtgebete wurden Kerzen entzündet sowie Plakate mit den Aufschriften „Nein zu Terror“ und „Nicht in meinen Namen“ in die Auslage gestellt, berichtete der Wiener Gemeinderat Omar Al-Rawi (SPÖ).

Kern hält Rede bei Iftar-Empfang

Für Mittwochabend hat die IGGiÖ indes zu einem Iftar-Empfang, dem traditionellen Fastenbrechen während des Ramadan - mit prominenter Besetzung geladen. Neben IGGiÖ-Präsident Olgun werden auch Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) sowie der Generalsekretär der katholischen Bischofskonferenz, Peter Schipka, Reden halten. (APA)