Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.06.2017


Kitzbühel

Kitzbüheler Alpenrallye: 30 Jahre Liebe und Leidenschaft

Edle Karossen, prominente Teilnehmer und ein runder Geburtstag – die Kitzbüheler Alpenrallye gibt es nun schon drei Jahrzehnte. Noch bis Samstag geht die Jubiläums-Rallye über die Bühne.

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© Harald Angerer



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Es begann alles am Stammtisch – dort wurde die Idee zur Alpenrallye vor über drei Jahrzehnten geboren. „Wir waren beim Hasi am Stammtisch und die Grundidee war, den Juni touristisch zu beleben. Hasi war ein Autonarr und hat dann die Idee eingeworfen, dass wir eine Classic-Car-Rallye machen sollten“, erzählt Rupert Mayr-Reisch. Mit Hasi ist der 2002 verstorbene Haubenkoch Hasi Unterberger gemeint. Damit war die Alpenrallye geboren.

Man machte sich auf die Suche nach weiteren Gründungsmitgliedern, denn man wollte die Rallye mit einer Gesellschaft, nicht mit einem Verein durchführen. Bei der Suche wurde man recht schnell fündig, neben Unterberger und Mayr-Reisch waren dies noch Rudi Höfinger, Otto Langer, Hartmut Fromm, Hugo Schlatter, Peter Pongratz, Hermann Windbrechtinger und Sigurd Bartenstein.

Bereits die erste Auflage im Jahr 1988 war ein Erfolg, es waren über 70 Fahrzeuge am Start. „Wir leben hier halt schon im Paradies mit einer wunderschönen Landschaft“, sagt Rudi Höfinger. Dies sei mit ein Grund für den Erfolg gewesen. Auch die Kontakte von Unterberger haben dazu beigetragen, er hatte gute Kontakte zu Prominenten und auch zu Sponsoren. Denn es ist ein ordentliches Budget notwendig, um die Alpenrallye alljährlich durchführen zu können. Genaue Zahlen wollen Mayr-Reisch und Höfinger nicht nennen, es ginge aber in die mehreren Hunderttausende. „Wir steigen jedes Jahr ziemlich eben aus“, schildert Höfinger.

Auch wenn beim Termin mit Juni Einigkeit bei den Veranstaltern herrschte – was die Ausrichtung der Rallye betraf, war das nicht so klar. „Es gab jene, die es sportlich wollten, und dann die Verfechter der Classic-Car-Rallyes. Hier haben uns aber unsere Gäste die Entscheidung abgenommen und es gibt beide Wertungsgruppen bei uns“, erklärt Mayr-Reisch, der sich auch an lustige Episoden aus den drei Jahrzehnten erinnern kann. „Wir hatten einmal eine Ausfahrt, wo es in Strömen geschüttet hat. Bei der Mittags­ankunft hat dann die Wirtin den Teilnehmern, die einen Wagen ohne Verdeck gefahren sind, angeboten, ihre Kleider zu trocknen. Inzwischen haben sie dann im Bademantel mittaggegessen“, erzählt Mayr-Reisch.

Generell waren die Alpenrallye und das Wetter nicht immer eine Liebesbeziehung. „Die Kitzbüheler haben schon am Alpenrallyewochenende eingeplant, dass es regnet“, schildert Höfinger. Diesen Fluch hat man aber die vergangenen Jahre abgelegt. Vor allem bei den hochgelegenen Etappen ist die Witterung ein Problem. „Einmal lag bei der Glocknerüberfahrt zentimeterhoch Schnee. Hier haben wir seither immer eine Alternativroute, wenn es über den Glockner geht“, schildert Mayr-Reisch.

Ein wichtiger Bestandteil der Alpenrallye sind auch die Promis. Ein Highlight der 30 Jahre war der Galaabend 1999, bei dem Hasi Unterberger mit Eckart Witzigmann und Alfons Schuhbeck die Gäste verköstigt hat. Unter den Teilnehmern waren unter anderem Michael Schumache­r, David Coulthard, Walter Röhrl, Christina Stürmer, Hein­o Ferch, Erol Sander, Robert­o Blanco, Niki Lauda, Paul Breitner und viele mehr.

Besonders froh sind Mayr-Reisch und Höfinger, dass es in den 30 Jahren nicht einen Unfall mit Verletzten gegeben hat. Auch dass über die Hälfte der Teilnehmer alljährlich wiederkommen. Inzwischen würde die Teilnahme schon von der nächsten Generation übernommen. Nach 30 Jahren denken auch die Gründungsmitglieder an die Übergabe. „Mein Sohn ist bereits in die Gesellschaft eingestiegen. Es ist aber nicht so einfach, denn man muss dafür schon eine Leidenschaft haben“, betont Mayr-Reisch. Und genau diese Leidenschaft würden auch die Teilnehmer an den Tag legen, denn es sei die Liebe und Leidenschaft, welche die Besitzer mit ihren Fahrzeugen verbindet. Denn wie die Alpenrallye auch ist die Pflege der Fahrzeuge eine Ganzjahresaufgabe.

Freitag, 9. Juni: ab 07.00: „Glockner—Runde" (367,3 km / 7:55 Fahrzeit). Kitzbühel (Hahnenkammparkplatz) — Jochberg — Pass Thurn — Mittersill — Felbertauern — Matrei i. O. — Lienz — Strassen (Strasserwirt voraussichtlich Kaffeestopp) — Tassenbach — Ober-/Untertilliach — Lesachtal — Kötschach-Mauthen — Gailbergsattel — Oberdrauburg — Lienz (Mittag) — Nußdorf-Debant — Heiligenblut — Großglockner-Hochalpenstraße — Fusch — Bruck — Kaprun — Mittersill — Kitzbühel Zentrum

Samstag, 10. Juni: ab 08.00: „Pinzgauer Runde" (161,6 km / 3:41 Fahrzeit). Kitzbühel (Hahnenkammparkplatz) — Reith b. K. — St. Johann — Fieberbrunn — Hochfilzen — Leogang — Lofer — Waidring — Erpfendorf — Kössen — Schwendt — St. Johann — Ellmau — Oberndorf (Mittagsstopp Penzinghof) — Kitzbühel. Ab 14.30 Uhr: Zieleinfahrt mit Fahrzeugpräsentation (Innenstadt)