Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.06.2017


Gesellschaft

In 90 Sekunden startklar zum nächsten Einsatz

Ischgl gab das Startsignal für das „H.E.L.P.“-Haus, wo Feuerwehr, Rotes Kreuz, Bergrettung und Pflegeverein künftig ein gemeinsames Dach haben.

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© Wenzel



Von Helmut Wenzel

Ischgl – Moderne Architektur, funktionelle und großzügige Einrichtungen für alle Nutzer und eine ausgeklügelte Logistik, damit bei Einsätzen keine Sekunde verloren geht: Das sind Merkmale des Ischgle­r „H.E.L.P.“-Hauses, das Ende November fertig gestellt werden soll. Repräsentanten der Blaulichtorganisationen Feuerwehr, Rotes Kreuz und Bergrettung sowie der Gemeinde trafen sich gestern Donnerstag in der Baugrube zur feierlichen Grundsteinlegung. Das neue Objekt mit 12.000 Quadratmetern Nutzfläche entsteht angrenzend an die voriges Jahr eröffnete Parking Longue, den Architekten-Wettbewerb hatte das Team Ventira aus Diepoldsau (Schweiz) gewonnen. Warum „H.E.L.P.“-Haus? – Die Bezeichnung „Blaulichtzentrum Ischgl“ wäre zu gewöhnlich gewesen, erläuterte BM Werner Kurz. Mit „H.E.L.P.“ wisse jeder, dass dieses Haus rasche Hilfe bietet. Das Kürzel steht übrigens für „Hilfs- und Einsatz-Leitposten“.

Bei der Grundsteinlegung ist übrigens eine Dokumentenrolle mit den Bauplänen in einen Betonsockel eingebettet worden. Die Gäste griffen zur Schaufel und füllten den hohlen Sockel mit Sand, bevor dieser mit einer Metallplatte verschlossen wurde. Eine kleine Zeremonie mit Segnung des Grundsteins hat Seelsorger Bernhard Speringer gestaltet.

Bauherr ist die Gemeinde, die Kosten liegen laut Bürgermeister bei acht Mio. Euro. Der Landesfeuerwehrverband steuert 1,5 Mio. Euro bei. „Endlich bekommen die Hilfsorganisationen eine anständige Unterkunft“, stellte der Ischgler Feuerwehrkommandant Herbert Jehle fest. Lange habe man überlegt, wo die bestmögliche Lösung umgesetzt werden könnte. Der Gemeinde könne er für den Neubau nur danken. Die Feuerwehr muss während der Bauphase ein Ausweichquartier im Gemeindebauhof einrichten.

Zur Einsatz-Logistik erläuterte Bürgermeister Kurz: „Die Garage für die Rettungsfahrzeuge ist durch einen Tunnel mit der Parking-Longue verbunden. Werden die Rettungsmitarbeiter zu einem Einsatz gerufen, dann ist gewährleistet, dass der Weg vom Aufenthaltsraum in die Garage und weiter bis zur Ausfahrt höchstens 90 Sekunden dauert.“




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