Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.06.2017


Bezirk Reute

Ungebetene Gäste am Seen-Idyll

Unerlaubte Fahrten zum und Zelte am Sieglsee im Schwarzwassertal: Die Bezirkshauptmannschaft wird nur bei konkreten Anzeigen aktiv.

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© Hummel



Von Alexander Paschinger

Weißenbach – Ein Leserbrief zu „Party“ und „Ballermann“ an den idyllischen Sieglseen im Schwarzwassertal sorgt derzeit im Lechtal für ordentlich Gesprächsstoff: Offensichtlich hatten sich einige Personen über das geltende Fahrverbot ins Seitental hinweggesetzt, campierten am und fischten im See. „Grundsätzlich gilt im Schwarzwassertal ein Fahrverbot und Zelten ist im Natura-Gebiet nicht erlaubt“, meint die Geschäftsführerin des Naturparks Tiroler Lech, Anette Kestler, auf TT-Anfrage. „Von unserer Seite her ist es nicht erwünscht – aber wir als Verein haben da keine Handhabe.“

Die Sieglseen im Schwarzwassertal gehören zum Gemeindegebiet von Weißenbach. Sie gelten als Geheimtipp, liegen versteckt im Wald. Entstanden sind die kreisrunden, türkisblauen Seen durch Dolineneinbrüche und weisen eine Tiefe von bis zu 30 Metern auf.

„Sie sind wirklich ein Kleinod“, schwärmt auch Bürgermeister Hans Dreier. Seitens des Naturparks wollte man einmal die Seen beschildern. „Das haben wir von der Gemeinde her abgelehnt“, erklärt der Dorfchef. Denn es gebe bereits ein Fahrverbot – „da dürfen nur die berechtigten Grundeigentümer hineinfahren“, erklärt er. Und zu den jüngst errichteten Zelten stellt Dreier fest: „Wir haben eigentlich im ganzen Gemeindegebiet von Weißenbach ein Camping-Verbot.“ Bei der Frage der Überwachung zuckt er die Achseln: „Nicht unsere Sache.“

„Nein, wir gehen in diesem Fall nicht offensiv vor“, erklärt dazu Bezirkshauptmann Konrad Geisler. Natürlich könne und werde er das Campieren im Schutzgebiet nicht gutheißen, aber nur „wenn jemand konkret angezeigt wird, werden wir aktiv“. Die Behörde könne jetzt sicher niemanden zur Überwachung im Schwarzwasser abstellen.

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Keinesfalls will er Vorwürfe von wilden Partys am See gelten lassen: „Wir haben hier nicht im Entferntesten Ballermann-Zustände“, betont er. Außerdem „gönne ich auch jemandem ein Fläschchen Bier am See, wenn er die Flasche wieder mitnimmt“.




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