Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 18.06.2017


Gesellschaft

Dorf auf der Suche nach Wirt

Das Gasthaussterben in der Gemeinde Rinn soll ein Ende haben. Die Gemeinschaftsliste birz & die Grünen haben nun ein Konzept für ein Braugasthaus erarbeitet.

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© Rudy De Moor / TT



Von Brigitte Warenski

Rinn – Die Gasthaussituation in Rinn (südöstliches Mittelgebirge bei Innsbruck) ist trist. Der Gasthof Geisler in Judenstein und der Gasthof Post, der der Gemeinde gehört, beherbergen derzeit nur noch Mitarbeiter der Baufirma Strabag. Der Neuwirt, der früher vor allem mit seinem herrlichen Gastgarten Gäste anlockte, steht leer, der Gasthof Sailer ist ein kleines Café bzw. eine Pension. Einzig der Brunnerhof ist übriggeblieben, der sechsmal in der Woche vor allem Einheimische anzieht. Um die Wirtshauskultur und damit auch das Dorfleben in Rinn/Judenstein wieder zu beleben, hat die Gemeinschaftsliste birz & die Grünen nun ein Gasthauskonzept erarbeitet. „Die Idee ist, ein Gasthaus zu haben, das sich von anderen Gasthäusern abhebt. Wir haben daher das Projekt eines Braugasthauses erarbeitet“, erzählt Jörg Duftner von birz. Im Konzeptpapier, „das dem Gemeinderat zur Kenntnisnahme ausgeteilt wurde“, ist nachzulesen, wie sich die Gemeinschaftsliste das Braugasthaus vorstellt.

„Es soll ein barrierefreies Gasthaus sein, um die Marke ‚RollRinn‘ miteinzubinden, und es sollen Biersorten in einer Schaubrauanlage gebraut werden, um die Marke ‚Rinner Wasser‘ publik zu machen“, so Duftner. Biernamen wie das Rinner Weiße, Rinner Bleifrei oder Judensteiner Pils sind schon geboren, das geeignete Gebäude und ein innovativer Wirt müssen nun gefunden werden. „Vielleicht haben wir ja Glück und es meldet sich auf diesen Artikel hin jemand, der Lust hat, ein Braugasthaus zu betreiben“, so Duftner. Franz Alt, Eigentümer des Neuwirt-Gebäudes, der in der Schweiz ein großes Gasthaus führt, zeigt jedenfalls große Gesprächsbereitschaft: „Ich finde die Idee ganz gut und wenn ich nächste Woche in Rinn bin, tausche ich mich gern mit der Gemeinschaftsliste aus“, so Alt. Auch Rinns Bürgermeister Herbert Schafferer hat ein offenes Ohr, „ weil wir ja leider mit Gasthäusern nicht mehr gut bestückt sind. Noch weiß ich allerdings über das Projekt nicht sehr viel.“

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