Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.07.2017


Osttirol

Neuer Brunnen nach alter Fasson ziert die Lienzer Innenstadt

Der jüngste Blickfang in der Rosengasse erinnert an sein historisches Vorgängermodell, das hier einst Pferde mit Frischwasser versorgte.

Max Brandstätter und Josef Ekardt (v. r.) von der ausführenden Firma beim neuen Brunnen.

© FunderMax Brandstätter und Josef Ekardt (v. r.) von der ausführenden Firma beim neuen Brunnen.



Von Claudia Funder

Lienz – Passanten bleiben stehen, schauen und liefern durchwegs positive Kommentare. Er scheint zu gefallen, der neue schwarz-olivfarbene Brunnen, der gestern in der Rosengasse aufgestellt und installiert worden war, bevor es „Wasser marsch!“ hieß.

Optisch scheint er wie aus der Zeit gefallen – und das ist Absicht. Das Objekt ist nämlich einem Vorgängermodell nachempfunden, das einst zum Bild der Stadt gehörte und auch als Pferdetränke diente.

Die Straßengemeinschaft hatte sich einen Brunnen gewünscht und ursprünglich eine runde Form favorisiert. In die Diskussion floss kurz auch der Gedanke, ihn modern zu gestalten, dieser wurde aber rasch verworfen. Man besann sich vielmehr nach Vorgabe des Bundesdenkmalamtes auf das schlichte Erscheinungsbild jenes Brunnens, der bereits vor über 100 Jahren an dieser Stelle vorzufinden war: in viereckiger Langform. Stadt- und Ortsbildschutz hat in der Kernzone des Innenstadtbereichs Vorrang.

Entwürfe und preisliche Kalkulationen wurden vorgelegt. Den Zuschlag der Stadt erhielt die Lienzer Firma Metall Design für 21.500 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Samt Baumeisterarbeiten und zugekaufter Guss-Standsäule sind für das vom Stadtbauamt geplante Vorhaben knapp 65.000 Euro zu berappen.

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Ein Muster aus Holz war gefordert, bevor das Denkmalamt grünes Licht für die Realisierung signalisierte. Diese nahm rund zwei Monate in Anspruch, verrät Max Brandstätter von der ausführenden Firma. Die Arbeiten hätten schon im Juni abgeschlossen werden sollen, die Farbgebung verzögerte das Unterfangen jedoch, heißt es.

Gestern konnte das schmucke Teil endlich aufgestellt und an die Wasserversorgung angeschlossen werden. Bereits am Vormittag sprudelte das kühle Nass aus der Säule.

Für den Brunnen wurden lasergeschnittene Stahlteile verschweißt. In puncto Ausmaße wich man leicht vom alten Vorbild ab, das einst schmäler und höher war, damit die Rösser bequem zum Frischwasser gelangen konnten. Die neue Version, die auch die Lienzer Rose ziert, ist 230 x 130 Zentimeter groß und 80 Zentimeter hoch. Leergewicht: 900 Kilogramm, Fassungsvermögen: 2,4 Kubikmeter Wasser. Für eine wahrnehmbare Haptik wurde die Farbe nach Vorgabe des Denkmalamtes aufgepinselt.

Pferde wird der Brunnen wohl keine mehr erfrischen. Aber Passanten können ab sofort hier ihren Durst stillen: Aus der metallenen Säule fließt bestes Trinkwasser.




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