Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 18.07.2017


Außerfern

Die größte Marschmusikwertung Tirols

Fast 4000 Besucher beklatschten am Sonntag 37 Kapellen beim Bundesmusikfest in Elbigenalp.

Auch Landeshauptmann Günther Platter (6. v. r.) erklomm die Ehrentribüne und ließ sich die Veranstaltung nicht entgehen.

© Mittermayr HelmutAuch Landeshauptmann Günther Platter (6. v. r.) erklomm die Ehrentribüne und ließ sich die Veranstaltung nicht entgehen.



Von Helmut Mittermayr

Elbigenalp – „Das gibt es in ganz Tirol nirgends, wahrscheinlich auch nicht in Österreich.“ Horst Pürstl, Obmann des Außerferner Musikbundes, verweist am Montag nach dem großen Aufmarsch in Elbigenalp stolz auf rekordverdächtige 37 Kapellen beim Bundesmusikfest. Davon stellten sich 35 der Bewertung. Da die Klangkörper in immer höheren Leistungsstufen antreten und figurale Elemente wie die „Große Wende“ in den Marsch eingebaut werden, ist laut Pürstl Stau nicht zu verhindern gewesen. Zweieinhalb Stunden lang dauerte die Marschmusikbewertung – bei Kaiserwetter hatten sich nach Pürstls Schätzung an die 4000 Besucher eingefunden. Unter ihnen auch Landeshauptmann Günther Platter, der anschließend im Festzelt noch „Mein Tiroler Land“ dirigierte. Die Einwohnerzahl im „Duarf“ war am Sonntag kurzzeitig um ein Vielfaches in die Höhe geschnellt.

Elbigenalps Bürgermeister Gerber war selbst mit der Tuba im Einsatz.
Elbigenalps Bürgermeister Gerber war selbst mit der Tuba im Einsatz.
- Mittermayr Helmut

Mit sechs Bewertern hatte sich auch deren Zahl gegenüber vergleichbaren Bewerben Tirols verdoppelt. Was die Richter zu sehen bekamen, dürfte ihnen gefallen haben. Denn sie konnten am Ende des Tages nur die Noten „Sehr gut“ oder „Ausgezeichnet“ verteilen. „Die tiefste Punktezahl einer Kapelle war gestern 86,93 – das ist immer noch ein hervorragendes Sehr gut“, freute sich Pürstl über die außerordentliche Qualität des Dargebotenen. In der höchsten Klasse D errang Grän mit 91,94 Punkten den ersten Platz. Lechaschau folgte mit 91,29 und Hägerau mit 91,17. In „C“ brillierte Stanzach mit 91 Punkten vor Holzgau (90,6) und Musau (90,2). Die B-Wertung führte Häselgehr mit 90,15 Punkten an.

Der Lechtaler Trachtenträgerinnennachwuchs ist gesichert.
Der Lechtaler Trachtenträgerinnennachwuchs ist gesichert.
- Mittermayr Helmut

So manche Musikanten sah man eiligst durchs Dorf laufen, mussten sie doch bei befreundeten Kapellen aushelfen. Ausgeholfen hat auch ganz Elbigenalp, weiß Bürgermeister Markus Gerber: „Ganz genau kann ich es nicht sagen, aber zwischen 600 und 650 Personen waren über das Wochenende freiwillig im Einsatz. Die Veranstaltung war ein Wahnsinn, sowohl was Besucher als auch Stimmung, Wetter und Umsatz betrifft. Mehr wäre nicht gegangen.“ Der Veranstalter des Bundesmusikfestes, die Musikkapelle Elbigenalp, wird wie all ihre Vorgänger wohl jahrelang vom Erlös zehren können.

Jedes Detail zählt: Bewertung der Bürgermusikkapelle Reutte, die ihr freiwilliges Upgrade in die Klasse D nicht bereuen sollte und sich unter die Spitzenteams reihte.
Jedes Detail zählt: Bewertung der Bürgermusikkapelle Reutte, die ihr freiwilliges Upgrade in die Klasse D nicht bereuen sollte und sich unter die Spitzenteams reihte.
- Mittermayr Helmut
Zaungäste aus Stanzach sicherten sich ein Schattenplätzchen.
Zaungäste aus Stanzach sicherten sich ein Schattenplätzchen.
- Mittermayr Helmut
Frauen, so weit das Auge reicht – die Außerferner Kapellen werden weiblicher.
Frauen, so weit das Auge reicht – die Außerferner Kapellen werden weiblicher.
- Mittermayr Helmut