Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 31.07.2017


Bezirk Schwaz

Wikipedia-Projekt in Jenbach

© dpa-Zentralbild/Jens Büttner(Symbolbild)



Jenbach – Jenbach ist noch bis morgen Dienstag, den 1. August zum zweiten Mal der Austragungsort für das Projekt „Wikipedia for Peace“. Junge Menschen aus 12 Ländern schreiben dabei Biografien über Friedensaktivistinnen aus aller Welt. Ziel ist, die Repräsentation von Frauen auf Wikipedia zu stärken und gleichzeitig die Verfügbarkeit von Informationen zu den Themen Frieden und Gerechtigkeit zu vereinfachen. Organisiert wird es von den zwei Vereinen Service Civil International (SCI) und Wikimedia.

„Rund 90 % aller Menschen, die ehrenamtlich Wikipedia bearbeiten, sind Männer und rund 85 % aller Biografien behandeln Männer. Dabei gibt es so viele interessante und inspirierende Frauen, zu denen man kaum Informationen online findet“, erklärt der Tiroler Organisator Thomas Schallhart von der Friedensorganisation Service Civil International Österreich. Gemeinsam mit anderen jungen Menschen aus Ländern wie Frankreich, Polen, der Ukraine, der Türkei oder Vietnam schreibt er zwei Wochen lang gemeinsam Artikel auf Wikipedia. Das Projekt findet zum zweiten Mal in Jenbach statt.

Die jungen Frauen und Männer schreiben Artikel zu mehr als hundert Frauen –zu einer dänischen Frauenrechtlerin, einer israelischen Journalistin oder einer Tiroler Widerstandskämpferin zum Beispiel. „Wir lernen über die Leben von diesen beeindruckenden Frauen und tragen gleichzeitig ein klein wenig dazu bei, dass Wikipedia und die Welt gerechter werden“, so eine ungarische Teilnehmerin. Jeder kann zu Wikipedia freiwillig beitragen, indem er den Bearbeiten-Knopf eines Artikels anklickt.

Service Civil International organisiert Camps wie dieses sonst eher offline in Nationalparks oder sozialen Einrichtungen: Die internationale Gruppe arbeitet für zwei Wochen ehrenamtlich für einen gemeinnützigen Zweck, lebt in einer einfachen Unterkunft und verpflegt sich selbst. Die Reisekosten haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst übernommen, der Rest wird von Wikimedia Österreich und Service Civil International finanziert. (TT)