Letztes Update am Mi, 16.08.2017 12:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Suchtmittel

Schweizer Hanf-Zigaretten stark nachgefragt

Die Einfuhr nach Österreich ist verboten und wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet.

© dpaSymbolbild.



Zürich – Eine kleine Schweizer Zigarettenfabrik sorgt mit Hanf-Zigaretten für Furore. „Wir sind völlig am Anschlag und kommen mit der Produktion kaum nach“, sagte der Marketingleiter von Koch und Gsell Tabakfabrikanten, Björn Koch, am Mittwoch. Die Fabrik liegt in Steinach am Bodensee. Die Einfuhr nach Österreich ist verboten, da die Zigaretten hierzulande unter das Suchtmittelgesetz fallen.

Der Verkauf von Hanf als Rauchware ist seit vergangenem Jahr in der Schweiz erlaubt, solange der Gehalt der psychoaktiven Substanz THC (Tetrahydrocannabinol) unter einem Prozent liegt. Die Zigaretten machten nicht high, versicherte Koch.

Erwartungen übertroffen

Die Nachfrage nach der Marke „Heimat - Tabak und Hanf“ habe die Erwartungen übertroffen, sagte der Marketingleiter. Das Unternehmen mit 13 Mitarbeitern habe schon eine neue Maschine bestellt, die im Oktober geliefert werden soll, um die Produktion hochzufahren. Die Fabrik habe eine Kapazität von 50.000 Päckchen im Monat. „Wir hätten aber sicher 200.000 verkaufen können“, sagte Koch. Im Online-Shop müssten Besteller mit drei Wochen Lieferzeit rechnen.

Die Einfuhr des Rauschmittels nach Österreich wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bis zu 360 Tagsätzen geahndet. Selbst wer nur wenige der Zigaretten für den Eigengebrauch über die Grenze bringt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten rechnen. Die Chance, erwischt zu werden, ist dabei relativ groß, denn die Zollverwaltung führe verstärkt Kontrollen durch, wurde bereits Anfang August angekündigt. (APA/dpa)