Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.08.2017


Bezirk Reutte

Außerferner Lebensretter für den kleinen Max gesucht

Der Verein „Geben für Leben“ hofft bei Stammzellen-Typisierung in Reutte auf viele Freiwillige und der schwerkranke Max auf eine neue Chance.

Der kleine Max (links) mit seinen Eltern und Brüdern hofft auf einen passenden Stammzellenspender.

© konsenszentrum.atDer kleine Max (links) mit seinen Eltern und Brüdern hofft auf einen passenden Stammzellenspender.



Von Simone Tschol

Reutte – „Es ist unbeschreiblich schön zu sehen, wie die Menschen in ganz Österreich zusammenwirken, um dem kleinen Max und seiner Familie zu helfen“, ist Cemanur Kartal vom Verein „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ begeistert. Max ist drei Jahre alt und leidet an einer seltenen Erbkrankheit, der septischen Granulomatose. Medikamentös ist Max aus­therapiert. Um überleben zu können, braucht er dringend eine Stammzellentherapie.

Am Sonntag, 10. September, von 12 bis 16 Uhr sind alle Außerferner zwischen 17 und 45 Jahren daher aufgerufen, sich bei der Rotkreuz-Stelle Reutte typisieren zu lassen. „Zuerst werden die Freiwilligen informiert, dann folgt ein kleiner Gesundheitscheck und anschließend wird den potenziellen Spendern ein wenig Blut abgenommen. Das war’s dann fürs Erste“, beschreibt Kartal das Prozedere und fügt hinzu: „Prinzipiell kann man das auch mit einer Speichelprobe machen. Dann aber dauert die Analyse viel länger und oft erhalten wir kein Ergebnis. Die Blutabnahme geht schneller und kann zu 100 Prozent erfolgreich ausgewertet werden.“

Die Typisierungsaktion ist für die Teilnehmer kostenlos. Der Aufwand von 50 Euro je Probe wird zur Gänze vom Verein getragen, der sich ausschließlich über Spenden finanziert und daher auch über jede finanzielle Zuwendung freut. Kartal: „Allein von Dezember bis heute haben uns 18.000 Typisierungen rund 900.000 Euro gekostet. Aber je größer die Datei ist, umso mehr Leben können gerettet werden.“

Immerhin gebe es laut Kartal allein in Österreich zwischen 400 und 500 Leukämiebetroffene, die – so wie der kleine Max – ebenfalls auf eine Stammzellenspende hoffen. Die Merkmale der typisierten Personen werden zudem in eine internationale Datei des zentralen Knochenmarkspende-Registers der Bundesrepublik Deutschland eingespeist. Wird man zu einer Spende gerufen, bleiben beide Seiten anonym. Nach zwei Jahren kann auf beiderseitigem Wunsch ein persönlicher Kontakt erfolgen.

Laut Vereinsnachrichten konnten nach insgesamt 33.531 Typisierungen 49 geeignete Spender und Spenderinnen gefunden werden.

Für den kleinen Max war bislang – trotz wöchentlicher Intensivsuche – noch keiner dabei. Weil die Hoffnung aber weiterlebt, ist es gut möglich, dass gerade in Reutte ein Lebensretter ausfindig gemacht wird.

Wer am 10. September keine Zeit hat, sich in Reutte registrieren zu lassen, dies aber dennoch tun will: Infos sind auf der Vereinshomepage www.gebenfuerleben.at abrufbar.