Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.08.2017


Exklusiv

US-Klettergigant macht Werbung für den „Ötztaler“

Das Werbesujet für den Ötztaler Radmarathon zeigt einen Berg in Kalifornien. Als “frei inszenierte Gestaltung“ verteidigt der TVB-Chef das Design.

Der El Capitan (li) befindet sich im Yosemite-Nationalpark  und rührt die Werbetrommel für den Ötztaler Radmarathon (re).

© Montage TT.comDer El Capitan (li) befindet sich im Yosemite-Nationalpark  und rührt die Werbetrommel für den Ötztaler Radmarathon (re).



Sölden — Mit seinen 238 Kilometern Länge und über 5500 zu bewältigenden Höhenmetern gilt der Ötztaler Radmarathon als Veranstaltung der Extraklasse. Glaubt man den Bildern auf den Plakaten und der Homepage des am Wochenende steigenden Events, dann führt die Strecke diesmal durch den Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Schließlich zeigt das Werbesujet den gigantischen Schatten eines Radfahrers auf einer nicht weniger mächtigen und imposanten Felswand: dem El Capitan. Der Felsvorsprung genießt bei Freikletterern wegen seiner zahlreichen fordernden Routen höchstes Ansehen und Respekt.

Tatsächlich wurde an der Streckenführung des Ötztaler Klassikers nichts geändert und ein Abstecher in die USA ist laut Ausschreibung nicht vorgesehen. Dass die Felswand aus Übersee dennoch ihren Weg in die Werbelinie gefunden hat, verteidigt Tourismusdirektor Oliver Schwarz vom Organisationskomitee: „Wir haben in 37 Jahren Ötztaler Radmarathon für unser Leitsujet etliche Male Bergmotive aus dem Ötztal verwendet. Dieses Mal haben wir die Idee einer frei inszenierten Gestaltung des Themas Radsport und Berg für gut befunden." Man habe heuer dem gestalterischen Freigeist vor geografisch akkurater Bildauswahl den Vorrang gegeben. Das werde in Zukunft nicht mehr vorkommen, so Schwarz. „Sehr wohl wiederholen wird sich aber der Ansturm auf die freien Startplätze im Jahr 2018. Denn der Mythos Ötztaler Radmarathon selbst ist mittlerweile ohnehin größer als jedes Werbesujet", erklärt der Tourismusdirektor. (np)