Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.09.2017


Bezirk Reutte

Stammzellenspende: 605 Chancen für den kleinen Max

605 Personen gaben am Sonntag eine Blutprobe ab, in der Hoffnung, dem vierjährigen Max oder anderen Betroffenen das Leben zu retten.

Die Abnahme der Blutproben erfolgte fast wie am Fließband.

© TscholDie Abnahme der Blutproben erfolgte fast wie am Fließband.



Reutte – Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Trotzdem hoffen Eltern und Geschwister, einen geeigneten Stamm­zellenspender für den kleinen Max zu finden. Der Vierjährige leidet an septischer Granulomatose, einer äußerst seltenen Erbkrankheit, die – wird kein Spender gefunden – tödlich endet.

Am Sonntag lud der Verein „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ zur freiwilligen Typisierung nach Reutte. Und die Resonanz war enorm. 605 Personen haben eine Blutprobe abgegeben, in der Hoffnung, dem kleinen Max oder anderen Betroffenen das Leben zu retten.

Geduldig warteten die Spender, bis ihre Daten erfasst waren.
Geduldig warteten die Spender, bis ihre Daten erfasst waren.
- Tschol

In den letzten Monaten ließen sich bundesweit 28.000 Personen registrieren. Das Labor in Bayern stößt damit längst an die Kapazitäts­grenzen. „8000 Typisierungen sind noch ausständig“, weiß Anni Kratzer, Obfrau der Leukämie- und Kinderkrebshilfe Osttirol. „Es bräuchte im Labor dringend noch weitere Geräte und drei Mitarbeiter, um die Proben auszuwerten.“ Für Max war bisher leider noch kein passender Spender dabei, aber – und das ist die gute Nachricht – 27 Spender für andere Patienten. Max hat nicht mehr viel Zeit, bis Weihnachten, sagt Kratzer und ergänzt: „Es muss ein Spender für ihn dabei sein. Ich glaube fest daran.“ (fasi, func)