Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 06.10.2017


Bezirk Imst

„Schweden hat gezeigt, wir sind auf dem richtigen Weg“

Eine Steuerungsgruppe kümmert sich im Bezirk um Integration und Gemeinwohl. Die Exkursion nach Schweden brachte neue Erkenntnisse.

© Regio



Von Hubert Daum

Imst – Seit Jahren ist Intergration eines der meistgebrauchten Worte hierzulande und birgt auch Brisanz. „Integration wird oft als etwas Städtisches verstanden“, bemerkt Kirsten Mayr vom Imster Integrationsbüro, „wir müssen das Thema aber auch in die Täler bringen.“ Ähnlich Denkende wie die Freiwilligenpartnerschaft Tirol und das „Miteinand-Projekt Imst“ bildeten vor gut einem Jahr gemeinsam mit dem Integrationsbüro ein erstes Netzwerk und gründeten mit dem Regionalmanagement einen Arbeitskreis bzw. eine Steuerungsgruppe zum Thema „Integration und Gemeinwohl“. Mit einem Vernetzungstreffen versuchte man, auch hiesige Vereine mit ins Boot zu holen. Involviert wurde auch projektbegleitend die Firma co:retis als professioneller Input. „Integration alleine ist uns zu wenig“, präzisiert Johanna Heumader-Schweigl von Miteinand in Imst, „wir gehen noch einen Schritt weiter zum Gemeinwohl. Das heißt, jeder sollte von den Integrationsbemühungen profitieren. Mit Integration meinen wir übrigens nicht nur jene von Flüchtlingen, sondern auch von anderen Randgruppen der Gesellschaft.“

Das zum Leader-Projekt – deshalb ist auch das Regionalmanagement im Boot – gewordene Vorhaben zog Kreise auch in andere Leader-Regionen Europas. Bei einem Treffen war bald klar, dass die Integrations-Thematik viele europäische Länder bzw. Regionen tangiert. Das transnationale Projekt „Immigrant Integration to Rural Countries“ war geboren.

„Das passte uns natürlich perfekt ins Konzept“, freut sich Marlies Trenkwalder vom Regionalmanagement noch im Nachhinein, „eine brillante Ergänzung zu unseren regionalen Bestrebungen. Wir hatten und haben die Gelegenheit, kennenzulernen, wie andere Regionen mit dem Problem umgehen und welche Lösungen sie dazu haben.“ „Hatten“ deswegen, weil Kirsten Mayr, Johanna Heumader-Schweigl und Marlies Trenkwalder kürzlich vom zweiten transnationalen Treffen, an dem Leader-Regionen aus Österreich, Deutschland, Finnland und Schweden teilnehmen, motiviert zurückkamen. Mayr: „Die zwei Tage in der schwedischen Region Halland waren äußerst lehrreich für uns.“ In Schweden sei der Zugang zu Flüchtlingen ein anderer. Heumader-Schweigl: „Für die Schweden sind Flüchtlinge Menschen, die etwas mitbringen, und sie fragen sich, was können wir für unsere Gesellschaft nützen.“ Geflüchtete haben eine einzige Anlaufstelle für alle Angelegenheiten. Integration sei stark an die Arbeitswelt geknüpft. Dafür gebe es einen Arbeitspool. Innerhalb von zwei Jahren gebe es die Möglichkeit, in diesem geschützten Bereich Arbeit zu finden. „Halland hat jedoch ein Vielfaches an Personalressourcen“, so Trenkwalder, „und ein Netzwerk, das wir nun trachten, hier aufzubauen. Und wir sahen auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Man müsse nun klar eruieren: Was ist da, was brauchen wir für die Vernetzung.