Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.10.2017


Bezirk Landeck

600 verlässliche Helfer und lahme Heeres-Helikopter

Die erste Groß-Katastrophenschutzübung im Bezirk Landeck verlief bis auf Kleinigkeiten wie am Schnürchen und brachte wichtige Erkenntnisse.

Großes Gerät wie der Super Puma, perfekte Planung und emsige Helfer sorgten für Aufsehen.

© ZangerlGroßes Gerät wie der Super Puma, perfekte Planung und emsige Helfer sorgten für Aufsehen.



Von Toni Zangerl

Ried, Landeck – Zufrieden mit der großen Katastrophenübung war Bezirksfeuerwehrkommandant Hermann Wolf am Montag. So hätten nur Kleinigkeiten nicht funktioniert. „Dass in einer Gemeinde kein Funkgerät vorhanden war, ist ein Manko, das aber künftig leicht behebbar sein dürfte“, erklärt er.

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Dabei hatte der Samstag gar nicht störungsfrei begonnen: „Wir warten auf den HeeresBlackhawk-Hubschrauber, aber der kummt nit“ – dieser launige Spruch machte bei der ersten Groß-Katastrophenschutzübung namens „Bachstelze“ die Runde. Trotz minutiöser Planung, die das Team um Landecks Bezirksfeuerwehrkommandant Wolf über ein Jahr beschäftigt hatte, trat dann bei der Übung der Realfall ein. „Kann passieren, aber wir sind gerüstet, wir müssen improvisieren und die Übung kurzfristig umgestalten“, meinte FF-Einsatzleiter Hubert Senn. Da hieß es dann für das nach einem Trockengewitter von der Außenwelt abgeschnittene Dorf Fendels kurzfristig eine neue Strategie zu fixieren. „Manpower“ war daher gefragt. Und weil der Super Puma von Heli Tirol mit Pilot Jürgen Köll am Steuerknüppel seinen geplanten Kurzeinsatz verlängerte, konnten die Transport- und Versorgungsflüge vom Landeplatz in Ried nach Fendels doch noch durchgeführt werden. „Leider mussten wir einige jener Übungsinhalte dennoch absagen, weil auch ein zweiter der vier Hubschrauber des Heeres nicht kommen konnte“, sagte Bezirkskommandant Wolf.

Bereits bei Halbzeit der insgesamt rund zehnstündigen Übung zog Wolf eine positive Bilanz: „Die rund 600 Einsatzkräfte aus allen Feuerwehren des Bezirkes haben die gestellten Aufgaben wie geplant erledigt und, wie sich zeigte, hat auch die Kommunikation und Koordination der Einsatzleitungen von Feuerwehr, Bezirkshauptmannschaft und den sieben betroffenen Gemeinden funktioniert“, meinte Wolf zufrieden. Auch BH Markus Maaß und Landtagsvize Toni Mattle zeigten sich beruhigt, dass im Ernstfall die Hilfe in perfekter Weise erfolgen könne. FF-Bezirksinspektor Thomas Greuter und Landesinspektor Alfons Gruber lobten die gelungene Vorbereitung und Durchführung der Übung. „Auch die Bevölkerung, die das Geschehen zahlreich verfolgte, war beeindruckt“, sagten sie.

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