Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.10.2017


Bezirk Imst

20 Prozent steile Anfahrt zu geplantem Wohnprojekt in Nassereith

Nassereith könnte eine Wohnanlage mit bis zu 48 Wohneinheiten bekommen. Getrübt wird die Freude durch eine nicht ideale Zufahrt.

© PaschingerÜber diesen Privatweg sollte die geplante Wohnanlage erschlossen werden. Im Gemeinderat gab es kritische Stimmen, weil er knappe 20 Prozent Steigung aufweist und dann über den Gehsteig führt.Foto: Paschinger



Von Alexander Paschinger

Nassereith – „Die Bevölkerungszahl in Nassereith stagniert seit 30 Jahren“, las Bürgermeister Herbert Kröll aus den vergangenen Volkszählungen heraus. Umso mehr freut er sich über ein mögliches Bauprojekt in der Fernpassgemeinde. Vier Wohnbauträger zeigten Interesse an einem 14.000 Quadratmeter großen gemeindeeigenen Grundstück an der Fernpassstraße, die GHS sollte nun rund 4700 Quadratmeter davon um 750.000 Euro von der Gemeinde kaufen und darauf zwei Mal je 24 geförderte Wohnungen bauen.

Am Projekt selbst spießte es sich in der vergangenen Gemeinderatssitzung weniger. Vielmehr war es die geplante Zufahrt. Die ist derzeit noch ein Privatweg mit einem Servitut für rund 1800 Quadratmeter. Zum Pauschalpreis von 20.000 Euro sollte der ins öffentliche Gut übernommen werden. Auch dieser Preis war nicht das Problem, sondern die Steigung: Knappe 20 Prozent weist dieses 50 bis 60 Meter lange Straßenstück auf und mündet über den Gehsteig in die Fernpassstraße.

„Der Weg ist nicht nutzbar“, meinte etwa GV Martin Sterzinger und verwies auf die entsprechenden Richtlinien des Landes. „Es ist keine ideale Zufahrt“, meinte Vizebürgermeister Gerhard Spielmann, „ist aber genehmigungsfähig“, weil es sich um einen bestehenden Weg handle. „20 Prozent Steigung und dann noch über einen Gehsteig – darauf hat dich der Raumplaner aufmerksam gemacht“, kritisierte GR Hubert Malleier in Richtung Bürgermeister. „Ich hatte Fachleute da, die gesagt haben, dass man den Weg nutzen kann“, verwies Kröll wiederum auf sein Treffen mit Architekt und Vertretern des Wohnbauträgers GHS. „Mit der Wohnanlage bekommen wir hier 40 Autos, die dauernd fahren – das heißt Gefahrenpotenzial mal 40“, gab GR Stefan Schönherr zu bedenken. „Das Einzige was dagegen spricht, ist der Weg“, konterte GV Markus Leitner, „aber der fällt nicht in die Richtlinie des Landes.“

Dementsprechend fiel dann auch die Abstimmung aus: Der Bürgermeister setzte sich mit 10 Ja zu einer Enthaltung und vier Nein durch: Der Privatweg wird Zug um Zug mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages mit der GHS angekauft werden. Aber als Erstes müsse sich die Gemeinde um die Widmung kümmern, sagt Kröll. Erst dann könne der Verkauf an die GHS und der Ankauf der Wegfläche passieren.