Letztes Update am Mi, 11.10.2017 17:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreich

Rohre zu dünn: Mängel in Atomkraftwerken entdeckt

Das Metall an mehreren Kraftwerks-Rohren war teilweise zu dünn, um einem Erdbeben standzuhalten. Die Mängel wurden bereits teilweise behoben.

(Symbolfoto)

© REUTERS(Symbolfoto)



Paris – In mehreren französischen Atomkraftwerken hat der Betreiber bei Kontrollen Mängel an Wasserrohren gefunden. Bei einem Erdbeben hätte dadurch die Wasserversorgung der Anlagen gefährdet werden können, wie EDF am Mittwoch bekanntgab.

Es geht um Rohre, die die Kraftwerke im Fall eines Brandes versorgen sollen: Ihr Metall war teilweise nicht dick genug, um die Erdbebensicherheit nachzuweisen. Bei 20 Reaktoren hätten die Analysen gezeigt, dass dies das Risiko einer Überschwemmung der Pumpstation verursachen könnte. Diese Stationen pumpen auch Kühlwasser in die Anlage.

Problem als Störfall eingestuft

Das Problem wurde von EDF in einer Meldung an die französische Atomaufsicht auf Stufe 2 der internationalen Ines-Skala eingestuft, das heißt als Störfall. Die Skala reicht von 0 (keine oder geringe sicherheitstechnische Bedeutung) bis 7 (katastrophaler Unfall).

Der Stromkonzern teilte mit, dass die betroffenen Rohre bei neun Reaktoren bereits verstärkt worden seien. Bei fünf Reaktoren, die derzeit stillstehen, werde dies derzeit getan. Für sechs Reaktoren, die in Betrieb sind, hat das Unternehmen jeweils einen der beiden Kühlkreisläufe gesichert. Auch die vier Reaktoren des Atomkraftwerks Cattenom waren von dem Problem betroffen, bei der Hälfte von ihnen ist es laut EDF bereits behoben. Die Mängel hätten keinerlei Auswirkung auf die Sicherheit der Mitarbeiter oder der Umwelt gehabt. (APA/dpa)