Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.10.2017


Bezirk Kufstein

Fachhochschule Kufstein feiert 20. Geburtstag

Vor 20 Jahren haben die ersten 97 Studenten an der Fachhochschule in Kufstein begonnen. Grund genug, zu feiern und in die Zukunft zu blicken – mit bis zu 32 Studiengängen und 3000 Studierenden im Jahr 2030.

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© Michael Mader



Von Michael Mader

Kufstein – Nur mit vereinten Kräften ist es gelungen, dass mitten in der Festungsstadt ein Fachhochschulcampus herangewachsen ist, der 2000 Studierende und 450 Lehrende umfasst. Am Anfang dieser Erfolgsgeschichte stand aber der Kufsteiner Vizebürgermeister und Unternehmer Walter J. Mayr. „Der hatte bereits 1991 die Idee, in Kufstein eine Fachhochschule zu gründen, als es in Österreich noch gar keine Fachhochschulen gab. Er war Vordenker, Erfinder, Verhandler und Motor der Fachhochschule in Personalunion“, zollte Herbert Marschitz, Vorstandsvorsitzender der FH-Privatstiftung, bei der gestrigen 20-Jahr-Feier große Anerkennung.

Mayrs Hartnäckigkeit jedenfalls sei es zu verdanken, dass 1997 die ersten beiden FH-Studiengänge Facility Management und Internationale Wirtschaft & Management genehmigt wurden und die ersten 97 Studierenden in Kufstein an den Start gingen – damals noch im ehemaligen Lechner Verwaltungsgebäude. Mittlerweile – 20 Jahre später – wurden seitens des Landes, der Stadtgemeinde und der Fachhochschule die Weichen für die vierte Ausbaustufe gestellt, deren Bau im Herbst 2018 erfolgen soll. In all den Jahren hat sich die Fachhochschule auch zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor für die Stadt entwickelt. „Die jährliche Wertschöpfung durch die Fachhochschule beträgt 20 Millionen Euro“, gab Marschitz bekannt. Aus dem Bildungstraum 1991 sei Wirklichkeit geworden.

Zurzeit halte man Kontakt mit 190 Partnerhochschulen weltweit, berichtete FH-Geschäftsführer Thomas Madritsch, und Rektor Mario Döller erklärte den Festgästen, wie wichtig der Neubau sei. Erst diese Woche sei ein neuer Masterstudiengang zugesagt worden und im vierten Bauabschnitt werde ein komplettes Stockwerk nur für die Forschung errichtet. „Die Digitalisierung ist eines der Themen, die uns in nächster Zeit beschäftigen werden“, meinte Döller. Bis zum Jahr 2030 soll die Studentenzahl an der Fachhochschule in Kufstein auf 3000 anwachsen, die Zahl der Arbeitsplätze auf 700.

„Die Schule hat sich so gut weiterentwickelt, weil sie nie stehengeblieben ist. Sie ist viel zu wichtig, um einen Schlussstrich einzuplanen. Wir gehen in eine sehr gute Zukunft“, bezeichnete Bürgermeister Martin Krumschnabel die Gründung der Fachhochschule als wichtigste politische Entscheidung, die in Kufstein je getroffen worden sei.

Auch Landeshauptmann Günther Platter sprach von einer Erfolgsgeschichte: „Kufstein ist eine junge, internationale Stadt und sie hat Flair. Digitalisierung bedeutet Chancengleichheit für den Ballungsraum und den ländlichen Raum. Für diese Zukunftsthemen brauchen wir bestens ausgebildete Menschen.“ Zum 20. Geburtstag überreichte der Landeshauptmann der Geschäftsführung eine Urkunde mit dem Recht zur Führung des Tiroler Landeswappens. „Das bekommen nur ganz wenige im Jahr verliehen“, sagte Platter.

Noch gut an die ersten Ideen von FH-Gründervater Walter J. Mayr konnte sich Siegfried Dillersberger erinnern, der gestern im Rahmen der Feierlichkeiten ebenso wie seine ehemaligen Stiftungsvorstände Hans Treichl und der noch im Amt befindliche Stiftungsvorstand Herwig van Staa mit der Ehrenmedaille der FH Kufstein ausgezeichnet wurde. „Zuerst musste ich dem Verein beitreten, dann musste ich ihm auch noch Geld geben. Aber ich habe alles inklusive Zinsen wieder zurückbekommen“, merkte Dillersberger an und ließ zum Schluss der Reden noch mit einem Satz aufhorchen: „Ich bin überzeugt, dass das nicht das Ende der Verbauung in diesem Bereich sein wird.“




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