Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.10.2017


Bezirk Kitzbühel

Früher Winterstart in Kitz sorgt für Diskussionen

Ein Video, das die Vorbereitungen für die Skisaison am Resterkogel zeigt, löst Unverständnis aus. Die Bergbahn betont den Nutzen.

© Harald AngererDie Pistengeräte haben die 40.000 m³ Schnee auf der Resterhöhe verteilt. Nun regt sich Kritik in Kitzbühel.Foto: Angerer



Kitzbühel, Mittersill – Eine Pistenraupe schiebt auf einem schmalen, weißen Streifen Schnee vor sich her – ringsherum dominieren grüne und braune Töne. Ein Mann filmt die Szenerie und kommentiert sie mit den Worten: „Schnee anschieben am 10. Oktober, 15 Grad plus. Bin neugierig, wie das ausgeht heuer.“

Das Video, das am Resterkogel in Mittersill aufgenommen wurde, kursiert derzeit im Netz sowie im Messenger WhatsApp. Viele Menschen, die das Video gesehen haben, stoßen sich offenbar an der frühen Vorbereitung für die kommende Skisaison – wie berichtet, will das Kitzbüheler Skigebiet heute den Betrieb aufnehmen. „Muss das denn wirklich sein?“, fragt sich zum Beispiel ein Nutzer. Ein anderer meint: „Das ist absolut krank.“

GR Alexander Gamper (FPÖ) hat das Video auf Face­book geteilt. „Aus meiner Sicht ist es schlichtweg eine touristische Perversion auf Kosten der Umwelt. Hier stellt sich die Frage, ob solche Aktionen nicht mehr finanziell schaden, als dass sie konkret nutzen“, erklärt er gegenüber der Tiroler Tageszeitung.

Skeptisch zeigt sich auch Grünen-Gemeinderat Rud­i Widmoser. „Ich war sehr gegen die Beschneiung am Horn, eine Deponierung ist aber etwas anderes. Die ist sicher nicht so belastend“, sagt Widmoser, aber: „Skifahren bei warmem Herbstwetter sehe ich nicht notwendig, aber das ist halt ein Werbegag der Bergbahn. Trotzdem muss es nicht immer noch früher werden.“ Er spricht sich dafür aus, dass die Schneedepots nicht noch mehr werden.

Vonseiten der Bergbahn Kitzbühel lässt man die Kritik nicht gelten. „Die Schneekonservierung ist sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll. Ökologisch, weil durch die Konservierung Wasser und Energie eingespart wird, und ökonomisch, weil es ein positives Geschäftsmodell ist. Es braucht sich keiner Sorgen machen, dass wir beim Start ein Minus machen“, sagt Josef Burger, Vorstand der Bergbahn Kitzbühel. Auch sei der Gast schon skihungrig.

Ein weiterer Ausbau der Schneedeponierung im Skigebiet ist nicht angedacht. Diese soll optimiert werden. „Die Konservierung ist nur auf wenigen, dafür geeigneten Hängen möglich“, betont Burger. (miho, aha)