Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.10.2017


Bezirk Imst

Initiative fordert Konzept gegen Lärm in Auf Arzill

Im Stadtteil Auf Arzill regt sich Widerstand gegen die steigende Lärmentwicklung.

© paschingerAnrainer Michael Pauli verweist auf Spitzenwerte von bis zu 75 Dezibel. Er regt ein Imster Gesamtkonzept für den Lärmschutz an.Foto: Paschinger



Von Alexander Paschinger

Imst – „Wie oft will man denn noch messen?“, fragt Michae­l Pauli. Der Anrainer an der Tiroler Bundesstraße beim großen Kreisverkehr kämpft seit Jahren um Lärmschutz. Und er kann auch auf mehrere Lärmmessungen seit 2013 verweisen. „Immerhin verzeichnen wir hier Spitzenwerte von 70 bis 75 Dezibel, in der Nacht sinkt der Pegel nie unter 50 Dezibel“, sagt Pauli und pocht auf die Tatsache, dass „zehn Dezibel eine Verdoppelung des wahrgenommenen Lärms bedeuten“. Am Tag gilt ein Grenzwert von 50, in der Nacht liegt er bei 40 Dezibel. Pauli ist im Begriff, eine Lärmschutz-Initiative aufzubauen und sammelt Unterschriften in Auf Arzill. Ziel ist „ein Lärmschutzkonzept für Imst mit nachvollziehbaren Kriterien“.

Erste Verbündete hat Paul­i nicht nur in Nachbarn, sondern auch in der Politik gefunden: SP-GR Vincenzo Dian­a etwa hat, wie berichtet, im städtischen Verkehrsausschuss einen entsprechenden Antrag eingebracht. Und auch im Landtag wird ein solcher Antrag durch den Imster SPÖ-Klubobmann Gerhard Reheis thematisiert. Anlass ist die baldige Eröffnung des Interspar-Marktes am Kreisverkehr, der laut Gutachten ein Mehr von 2100 Fahrzeugen pro Tag erwarten lässt – allein zwischen 16 und 17 Uhr 300 Fahrzeuge mehr.

BM Stefan Weirather verweist auf die Abarbeitung der Anträge und die angekündigten erneuten Messungen nach Eröffnung des Interspar. Außerdem habe der Gemeinde­rat Paulis Ansuchen bereits abgelehnt: einerseits weil er bereits Lärmschutzfenster gefördert bekommen habe und zweitens wegen möglicher Folgewirkungen sowie aus optischen Gründen.

Das kann Pauli nicht nachvollziehen. Er kontert, dass er im Falle einer „Doppelförderung“ die Fensterförderung laut Richtlinie des Landes zurückzahlen müsse und würde. „Der Lärmschutz in unserem Bereich würde 140.000 Euro kosten – ich würde Grund abtreten und mich beteiligen“, hofft er auf eine Lösung.




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