Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.10.2017


Exklusiv

Mutiertes Grippevirus nimmt Kurs auf Europa

Eine außergewöhnlich schwere Grippewelle in Australien deutet darauf hin, dass auch Europa heuer massiv betroffen sein könnte.

© APASymbolfoto.



Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Mit Ende Dezember, Anfang Jänner sorgt sie in unseren Breiten Jahr für Jahr dafür, dass die Krankmeldungen mit Grippesymptomen deutlich ansteigen: die saisonale Influenza. Doch obwohl es bis zur diesjährigen Grippewelle noch ein paar Wochen hin ist, empfehlen Experten, sich jetzt gegen die Grippe impfen zu lassen.

„Ende Oktober, Anfang November ist der ideale Zeitpunkt für die Grippeimpfung“, erklärt Günter Weiss, Infektiologe an der Innsbrucker Klinik. Laut Empfehlung des Österreichischen Impfplanes sollten sich Personen mit erhöhter Gefährdung oder infolge einer chronischen Erkrankung, Schwangere, Kinder ab dem vollendeten 6. Lebensmonat, Personen im Umfeld von Neugeborenen, Personen ab dem vollendeten 50. Lebensjahr und stark übergewichtige Personen impfen lassen. Schließlich ist Influenza die Infektionserkrankung mit den meisten Folge-Todesfällen, vor allem in der Altersgruppe jenseits von 60 Jahren: 1000 Menschen in Österreich sterben jährlich an den Folgen einer Influenza-Erkrankung, wie es auf der Homepage der Landessanitätsdirektion Tirol heißt.

Der heurige Grippewinter dürfte zudem heftiger als sonst ausfallen. Und der Grund dafür liegt in Australien. „Das H3N2-Virus ist dort in einer deutlich veränderten Form aufgetreten, wodurch es heuer in Australien mehr als doppelt so viele Influenza­fälle gegeben hat“, sagt Günter Weiss. Weil das Virus nach dem Winter der Südhalbkugel auf die Nordhalbkugel übergreift, müsse man jetzt hierzulande mit dem stark mutierten Virus rechnen. Je nach Grad der Veränderung des Virus wird auch die Grippeimpfung weniger wirksam. Weiss rät dennoch dazu, sich impfen zu lassen. „Denn auch wenn der Impfstoff nicht mehr zu hundert Prozent passt, so verläuft die Erkrankung bei Geimpften meist deutlich milder“, sagt der Experte.




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