Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.10.2017


Tirol

Ehrenamtlicher Dienst am Nächsten

Seit 20 Jahren gibt es den Verein Klinikbrücke. Die Freiwilligen sind zum „sozialen Kitt“ im Spital geworden.

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© tirol kliniken



Von Marco Witting

Innsbruck – Am Anfang stand ein Bedarf. So wie viele soziale Einrichtungen, die auf Ehrenamt und Freiwilligkeit setzen, startete auch der Verein Klinikbrücke klein und allein deshalb, weil es die Notwendigkeit dafür gab. Tausende Patienten in den Einrichtungen der tirol kliniken wurden seither von den Helfern besucht, ihnen wurde durch eine Erledigung geholfen oder durch ein Gespräch. Jetzt feiert die Klinikbrücke ihren 20. Geburtstag.

Alles begann 1997 mit zwei Ehrenamtlichen, die mit dem Besuchsdienst auf der Klinik begannen. Heute gibt es 92 freiwillige Helfer, zwölf davon sind Männer, die Patienten auf den Stationen besuchen, für sie Erledigungen machen, es gibt den Lotsendienst in der Klinik, eine Ambulanzbetreuung und das Teddybärenprojekt. Als „sozialer Kitt im Spital“ bezeichnete Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg die Einrichtung. Eine, die man seitens des Landes gar nicht hoch genug schätzen könne.

„Anfänglich hat es für die Patienten vor allem sehr viele Besorgungen gegeben. Etwa eine Wertkarte holen oder einen schnellen Einkauf. Mit dem Wandel in der Gesellschaft, der Änderung in den Familienverbänden wird das Gespräch immer wichtiger“, erklärt Britta Weber, Geschäftsführerin des Vereins. Die Schwerpunkte hätten sich verschoben und die Patienten würden immer einsamer. Der Verein begegnet dem mit knapp 3500 Einsätzen im Jahr 2016, das sind zirka 9000 Betreuungsstunden. Ehrenamtlich. Unentgeltlich. Vor allem von vielen Pensionisten, die teilweise in ihrem vorausgegangenen Berufsleben keinen Sozialberuf hatten.

„Der Bedarf ist deutlich gestiegen und wir freuen uns natürlich auch immer über neue Freiwillige“, sagte Obfrau Christine Schaubmayr. Die Helfer der Klinikbrücke werden mittlerweile auf 65 Stationen und vier Ambulanzen in verschiedenen Häusern eingesetzt. Oft werden sie von Angehörigen oder dem Stationspersonal angefordert. Für Schaubmayr sind es „kleine Gesten“ der Ehrenamtlichen, die aber bei den Patienten „große Wirkung“ hätten. Die Obfrau abschließend: „Arbeit ist sinnvoll und für viele Menschen sehr wichtig – und wird es auch die nächsten 20 Jahre noch sein.“