Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.11.2017


Bezirk Reutte

Ein lauter Tusch für die beste unter Tirols Kapellen

Der Blasmusikpreis des Landes Tirol geht erstmals ins Außerfern. Die Stadtkapelle Vils freut sich über „den sensationellen Erfolg“. Ein ganzes Bündel an Aktivitäten wurde bewertet.

© Dirr PaulStolze Vilser bei der Preisübergabe: Elmar Juen, Obmann des Tiroler Blasmusikverbandes, Kulturlandesrätin Beate Palfrader, Kapellmeister Roland Megele, Obmann Wolfgang Kieltrunk, Landeshauoptmann Günther Platter, Sonja Ledl-Rossmann, Vizepräsidentin des Bundesrats und Bürgermeistermeister Günter Keller (v.l.).Foto: Paul Dirr



Von Helmut Mittermayr

Vils, Innsbruck – 66 aktive Mitglieder, davon 45 Prozent weiblich; ein Altersdurchschnitt von 33 Jahren – das jüngste Mitglied 15, das älteste 86. Diese „Vereinigung“ hat gerade eine der höchsten Auszeichnungen des Landes Tirol bekommen. Die Stadtmusikkapelle Vils wurde von Landeshauptmann Günther Platter und Kulturlandesrätin Beate Palfrader mit dem Tiroler Blasmusikpreis 2017 in der Kategorie I, also der obersten Spielklasse, ausgezeichnet. Erstmalig holen die Vilser Musikanten damit diese besondere Auszeichnung des Landes für Blaskapellen ins Außerfern – den größten Musikbezirk Tirols. Nach der Überreichung wurde am Landhausplatz groß aufgespielt. Neben der Stadtmusikkapelle Vils, die den Preis in der Kategorie I (Leistungsstufen A und B) erhielt, bekam die Musikkapelle Nauders den Preis in der Kategorie II (Leistungsstufe C und D).

Musikkapellen, die an Marschwettbewerben, am Bezirkswertungsspiel und am Landeswertungsspiel teilgenommen haben und hervorragende Leistungen erzielen konnten, werden mit dem mit 2500 Euro dotierten Preis ausgezeichnet. Neben der Teilnahme an musikalischen Wettbewerben in Tirol werden auch besonders qualitätsvolle und innovative Projekte der Vereinsarbeit (Fortbildung, Jugendarbeit, Kooperationsprojekte mit anderen Vereinen etc.) bei der Vergabe gewürdigt. Berücksichtigt wurden alle Leistungen, die die Kapelle in den vergangenen fünf Jahren erbracht hat – etwa seit Langem eine eigene Jugendkapelle zu führen oder die Teilnahme am Bundeswertungsspiel in Ried im Innkreis als Vertreter Tirols. Die Vilser scheuen auch keine Entfernungen, spielten vor dem Papst in Rom schon auf und verwischen mit ihren vielen Auftritten im Allgäu auch gerne die Grenzen. Für Bürgermeister Günter Keller hat der Preis genau den Richtigen getroffen: „Die Kapelle spielt musikalisch hochstehend und ist im Stadtleben wirklich äußers­t engagiert.“