Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.11.2017


Bezirk Landeck

In der Hochsaison wird Lader Trinkwasser knapp

Im 530-Seelen-Dorf mit 2200 Gästebetten fließt neben Quellwasser auch Bachwasser in den Hochbehälter. Das Land hat Auflagen vorgeschrieben.

© WenzelLadis mit Burg Laudegg sitzt keinesfalls auf dem Trockenen. Aber weil in der Wintersaison knapp 3000 Menschen im Dorf leben, steigt der Wasserverbrauch kräftig, die vorhandenen Quellen reichen nicht mehr.



Von Helmut Wenzel

Ladis – Der gebirgige Bezirk Landeck ist mit bestem Quellwasser gesegnet, möchte man meinen. Doch es gibt Grenzen. Ladis zählt 530 Einheimische, inklusive Wintergästen leben fast 3000 Menschen im Plateaudorf. Für die Gemeindeführung mit Bürgermeister Florian Klotz gab es ein Aha-Erlebnis: 2016 habe man das Raumordnungskonzept zur Genehmigung beim Land eingereicht. „Die Raumordnungsabteilung hat uns mitgeteilt, dass wir zuerst die Trinkwasserversorgung sicherstellen müssen“, schilderte Klotz. Nichts tun hätte einen Widmungsstopp für das Feriendorf bedeutet.

Im Winter 2016/17 habe man dankenswerterweise eine Zwischenlösung mit Fiss realisieren können. Ein Teil einer Fisser Quelle sei ins Lader Trinkwassernetz eingespeist worden. Kommenden Winter soll bereits die neue Lösung greifen. „Wir speisen den Hochbehälter zusätzlich mit Wasser aus dem Tullenbach“, erläutert Klotz. Etwa 2,5 Sekundenliter fließen über eine 1,9 Kilometer lange Rohrleitung in den Behälter. Am Bau der Leitung wird derzeit in noch einem Wald bei Obladis gearbeitet.

Bürgermeister Florian Klotz musste ein Maßnahmenpaket schnüren, um die im Winter erhöhte Trinkwassernachfrage befriedigen zu können.
- Wenzel

„Dass Oberflächenwasser in Tirol zur Trinkwasserversorgung genutzt wird, ist nicht unbedingt anzustreben. Aber es ist gesetzeskonform, wenn hygienische Auflagen erfüllt werden“, klärte Gerhard Moser von der Wasserrechtsabteilung des Landes auf TT-Anfrage am Freitag auf. Ein UV-Filter etwa müsse ebenso eingebaut werden wie eine Mehrschichtfilteranlage. Zudem würden Proben gezogen, um die nötige Wasserqualität sicherzustellen, so Moser. „Eine Almwirtschaft im Umfeld des Baches darf es natürlich nicht geben.“

Die Projektkosten in Höhe von 370.000 Euro hat der Lader Gemeinderat bereits genehmigt. Eine Förderung von 200.000 Euro steuert das Land bei. „Der Wasserpreis wird deswegen nicht steigen“, versichert Klotz. Pro Kubikmeter kassiert die Gemeinde Ladis übrigens 1,09 Euro. Eine längerfristige Zukunftslösung werde in Zusammenarbeit mit Fiss angestrebt.

Gemeinsame Trinkwasserpläne mit Ried seien derzeit nicht aktuell. „Unser geplantes Trinkwasserkraftwerk ist jetzt auf Eis gelegt, weil die Rahmenrichtlinien nicht passen“, erläuterte Bürgermeister Elmar Handle.