Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.11.2017


Osttirol

Boys’ Day startet heuer auch in Osttirol durch

Statt schrauben, feilen und hämmern: 27 Buben aus St. Jakob und Abfaltersbach schnuppern am heutigen Boys’ Day in Sozialberufe.

© Sozialministerium



Von Catharina Oblasser

Abfaltersbach, St. Jakob – Wenn die Mädchen einen „Girls’ Day“ haben, dann wollen die Buben auch etwas: Das war einer der Gründe für die Drittklässler der Neuen Mittelschulen (NMS) St. Jakob und Abfaltersbach, am Boys’ Day teilzunehmen. Heute ist es so weit: Zwölf Buben der NMS St. Jakob besuchen für einen Vormittag das Wohn- und Pflegeheim Matrei, 15 Buben der NMS Abfaltersbach sind in der Lienzer Gesundheits- und Krankenpflegeschule zu Gast. Beide Schulen machen schon seit mehreren Jahren beim „Girls’ Day“ mit, an dem Mädchen typische Männerberufe wie Elektro- oder Metalltechniker kennen lernen. Das soll ihnen ein breiteres Spektrum bei der künftigen Berufswahl eröffnen.

Nun sind die Buben dran – und freuen sich schon darauf, sagt Marlies Ladstätter, Klassenvorstand an der NMS St. Jakob. „Zwei haben spontan gesagt, sie nehmen ihre Harmonika mit, um den Heimbewohnern etwas vorzuspielen“, schmunzelt sie. Das heutige Programm für die 12- bis 13-Jährigen umfasst eine Vorstellung des Pflegeberufs, eine Hausführung und ein gemeinsames Mittagessen mit den Bewohnern, wie der Matreier Pflegedienstleiter Christian Wibmer erklärt. Pflege ist ein Mangelberuf, vor allem was Männer betrifft. „Von den 82 Mitarbeitern in Matrei sind nur sieben männlich“, führt Wibmer aus. Er hofft, dass der Boys’ Day hilft, die Pflege auch Burschen schmackhaft zu machen.

Die 15 Drittklässler aus Abfaltersbach dürfen heute in der Lienzer Gesundheits- und Krankenpflegeschule allerhand an künstlichen Modellen ausprobieren, wie Blutdruckmessen oder Blutabnehmen. „Wir informieren sie auch über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten, die es heute gibt“, sagt Direktorin Manuela Girstmair. Der Männeranteil unter den Lernenden ist mit zehn Prozent eher bescheiden. „Wir hätten gerne mehr Burschen“, meint Girstmair.

Die Detailorganisation des Boys’ Day hat die Männerberatung „Mannsbilder“ übernommen, die seit Kurzem auch einen Stützpunkt in Lienz hat. In den letzten Jahren fanden in Osttirol zwar Workshops zum Boys’ Day statt, doch Interesse am Besuch einer Einrichtung gab es nicht. Das ist heuer anders.




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