Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.11.2017


Österreich

Landesjagdverbände treten unter gemeinsamer Dachmarke auf

Die Landesjägerverbände rücken zusammen und wollen gegen Fehltritte verstärkt vorgehen.

© APA(Symbolfoto)



Innsbruck, Wien – Die neun österreichischen Landesjagdverbände verstärken ihre länderübergreifende Zusammenarbeit. Passieren soll das unter einer gemeinsamen Dachmarke („Jagd Österreich“) und mit einer von allen Landesjägermeistern unterzeichneten Charta. Gegen schwarze Schafe in den eigenen Reihen will man verstärkt vorgehen.

Aktuell ist Anton Larcher Tirols geschäftsführender Landesjägermeister. Die Jagd sei neben der Land- und Forstwirtschaft eine der wesentlichen Säulen einer nachhaltigen Landnutzung. Doch das Wissen darüber sei in der Bevölkerung verloren gegangen. Deshalb, so sagt Larcher, „haben wir uns entschlossen, hier auch länderübergreifend vermehrt aufzutreten, um unter anderem dieser Tendenz auf allen Ebenen noch stärker als bisher entgegenzuwirken“. Es gebe durch die stark veränderte Naturnutzung „viel Konfliktpotenzial“ und Themen, „die bundesweit zu besprechen sind“. Dennoch ist der Fortbestand der Landesjagdverbände laut Larcher wichtig, weil es zwischen den Bundesländern Unterschiede – wie beispielsweise die jeweilige Topografie – gibt.

Gegen „Fehltritte in unseren eigenen Reihen“ will die Dachmarke verstärkt auftreten, sagt Larcher. Diese würden Jagdgegner sonst ausschlachten. „Solche Personen müssen wir ausscheiden oder sanktionieren“, fordert der Tiroler Landesjägermeister in Bezug auf schwarze Schafe unter den Waidmännern. Welche Werte die rund 123.000 Mitglieder der Jagdverbände leiten sollen, wurde in der Charta „Jagd Österreich“ ausformuliert. Diese habe „historische Dimension“. Unter der gemeinsamen Marke bekennt sich die heimische Jägerschaft dazu, „für Werte mit Bestand“ zu sorgen. „Damit stellen wir klar, dass die Jagd untrennbar mit Grund und Boden und damit einhergehenden Rechten und Pflichten verbunden ist“, erklärte der Kärntner Landesjägermeister Ferdinand Gorton. Neben der kompetenten Ausübung des Handwerks einer nachhaltigen Jagd stehe auch die Versorgung der regionalen Bevölkerung mit Wildbret auf der Agenda. Zudem wollen die Jäger das Wild und dessen Lebensräume in seiner Vielfalt sichern und erhalten. Mit der Umsetzung der Dachmarken-Inhalte betraut die Landesjägermeisterkonferenz den Dachverband „Jagd Österreich“. Er geht aus der bisherigen Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände hervor und wird nun ausgebaut. (APA, mw)




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