Letztes Update am Fr, 10.11.2017 16:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Missbrauchs-Debatte

Weinsteins Privatermittler entschuldigen sich

Die Mitarbeiterin einer israelischen Sicherheitsfirma gab sich als Frauenrechtlerin aus und traf sich mit Schauspielerin Rose McGowan, die den Hollywoodmogul der Vergewaltigung bezichtigt.

© ReutersSchauspielerin Rose McGowan warf Harvey Weinstein vor, sie vergewaltigt zu haben.



Tel Aviv – Nach Berichten über die Zusammenarbeit einer israelischen Sicherheitsfirma mit dem unter vielfachem Missbrauchsverdacht stehenden Hollywoodmogul Harvey Weinstein haben sich die Privatermittler entschuldigt. „Als wir den Job angenommen haben, hatten wir keine Ahnung, dass es darum ging“, sagte Ascher Tischler, Vorstandsmitglied der Firma Black Cube in Tel Aviv, einem israelischen Fernsehsender.

„Wir entschuldigen uns bei allen, die dabei verletzt wurden.“ Eine Mitarbeiterin von Black Cube soll sich unter falschem Namen mit der Schauspielerin Rose McGowan getroffen haben. Die Privatermittlerin habe sich als Frauenrechtlerin ausgegeben und mindestens vier Treffen mit McGowan verdeckt mitgeschnitten, hieß es in einem Bericht der Wochenzeitung „The New Yorker“. McGowan, die unter anderem in „Death Proof - Todsicher“ mitgespielt hat, wirft Weinstein vor, sie vergewaltigt zu haben.

Black Cube werde die umgerechnet rund 1,1 Millionen Euro Honorar von Weinstein an Frauenrechtsorganisationen spenden, sagte Tischler in dem Interview am Donnerstagabend.

Weinstein hatte die Kontaktdaten von Black Cube vom ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak erhalten. Weinstein sei auf Barak zugekommen, weil er von einer israelischen Sicherheitsfirma gehört habe, die ihm bei „Geschäftsangelegenheiten“ helfen könne, teilte eine Sprecherin des Ex-Regierungschefs mit.

Dutzende Frauen werfen Weinstein sexuelle Belästigungen bis hin zur Vergewaltigung vor. Weinstein streitet nicht-einvernehmlichen Sex ab. (dpa)