Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 30.11.2017


Bezirk Innsbruck-Land

Alte Kofelbahn fährt nun in in der Schlick ihre Runden

Im Fulpmer Skigebiet wurden knapp 5 Millionen Euro investiert. Schlick-Chef Martin Pittl hat noch viel vor – wenn man ihn lässt.

© Schlick 2000Der Vierersessellift vom Patscherkofel steht nun in Fulpmes und bringt Skifahrer auf das Kreuzjoch. Foto: Schlick 2000



Von Denise Daum

Fulpmes – Gelegenheit macht Diebe – oder eine Skigebiets­erweiterung. Dass in der Schlick über kurz oder lang der steile Kreuzjochschlepper ersetzt werden muss, war dem Geschäftsführer Martin Pittl klar. Dass es dann aber doch so schnell ging, ist der Gelegenheit geschuldet, dass die zehn Jahre alte Panoramabahn vom Patscherkofel zu guten Konditionen auf dem Markt war. Weil die Elferbahnen in Neustift, die den Sessellift gekauft hatten, im letzten Moment aus dem Vertrag zurücktreten mussten (die TT berichtete).

„Der Lift ist in einem super Zustand, die elektronische Steuerung haben wir komplett erneuert – das passt perfekt“, freut sich Martin Pittl. In nur drei Monaten Bauzeit wurde die Bahn mit einer Länge von knapp 600 Metern aufgestellt – zwei Stützen und einiges an Seil sind übriggeblieben, da der Lift am Patscherkofel fast doppelt so lang war. Zudem wurden zwei neue Pisten mit insgesamt 1,5 Kilometern Länge gebaut. „Damit wird der Kanal ins Skigebiet von der Bergstation Kreuzjoch entschärft“, erklärt Pittl. Eine der neuen Pisten ist eine „schwarze“, die vor allem von Trainingsmannschaften im Vorwinter genutzt werden soll. Inklusive neuer Beschneiungsanlagen wurden 4,8 Millionen Euro investiert.

Die Vorbereitungen für das nächste Großprojekt laufen indes seit Jahren: die Anbindungsbahn von Neustift in die Schlick. Aktuell wird mit den Grundeigentümern der Mittel- und Bergstation verhandelt, die Gründe für die Talstation sind bereits gesichert. 19 Millionen Euro sind für das Vorhaben veranschlagt, das eigentlich ein Teil des so genannten Brückenschlags ist: also die Verbindung von Neustift-Schlick-Axamer Lizum-Muttereralm über das Ruhegebiet Kalkkögel. Das Projekt ist wieder in der Schublade gelandet, weil es laut einem von der Tiroler Landesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten rechtlich nicht möglich ist. Für Martin Pittl steht außer Frage, dass die Anbindung von Neustift in das Fulpmer Skigebiet unabhängig von den weiteren Verbindungen sinnvoll ist. Ebenso ist er nach wie vor von der Sinnhaftigkeit des Brückenschlag überzeugt und würde das Projekt sofort umsetzen. Die politische Weichenstellung dafür scheint derzeit aber in weiter Ferne.