Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 11.12.2017


Gesellschaft

Großspende für Frauenhäuser

Afra-Aktion: Benefizlithografie von Franz Mölk erbrachte 47.200 Euro an Einnahmen.

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© Thomas Ploder



Wildermieming – Seit 2004 unterstützt die Familie Stecher mit ihrer Afra-Aktion die Tiroler Frauenhäuser und setzt damit ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Was als einmalige Aktion anlässlich der Sanierung der Afra-Kapelle in Affenhausen, dem ehemaligen Afrahausen, einer Fraktion Wildermiemings, gedacht war, entwickelte sich zwischenzeitlich zum Dauerläufer. Die Idee hinter dem Erfolg erweist sich als ebenso einfach wie genial. Walter, Günther, Annaliese und Clemens Stecher betreiben Tirols einzige Steindruckerei und legen jährlich eine Benefizlithografie eines renommierten Tiroler Künstlers in einer limitierten und nummerierten Serie auf. Der Erlös der Blätter fließt je zur Hälfte an die Tiroler Frauenhäuser und die Aktion Frauen helfen Frauen. „Die Unterstützer erhalten die schönste Spendenquittung der Welt“, wie Annaliese Stecher schmunzelnd betont, „und die Nachfrage ist erfreulich groß.“

In diesem Jahr brach die 12-farbige Lithografie von Franz Mölk mit 47.200 Euro abermals den Spendenrekord der Vorjahre. Das Gesamtvolumen der Afra-Erlöse stieg damit auf mehr als 431.000 Euro. „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich namhafte Künstler in den Dienst der Frauenhäuser stellen“, betont BR Anneliese Junker. „Spenden sind für uns eine wesentliche Hilfe, die wir dringend benötigen, um uns bewegen zu können, obwohl wir auch Mittel der öffentlichen Hand erhalten.“ Erfreuliche Meldungen kommen auch von Margreth Aull, der Obfrau der Tiroler Frauenhäuser, und Geschäftsführerin Gabi Plattner. Nach jahrelangen Bemühungen erfolgte nun der Spatenstich für ein neues, dringend benötigtes Frauenhaus, das 2018 bezogen werden soll. „Der Erlös der Afra-Aktion war für uns nie ein Almosen, sondern immer ein Zeichen von Respekt und Würde“, so Aull weiter, „Spenden erlauben uns, Frauen aus allen Ländern, die in Österreich leben, zu helfen, weil in vielen dieser Fälle die Finanzierung schwierig ist.“

Beim kommenden Afra-Fest im August 2018 wird die Arbeit des in Wien lebenden Leander Kaiser der Öffentlichkeit präsentiert. „Den Schutzsuchenden Schutz zu gewähren, ist der Kern der Afra-­Legende“, begründete Kaiser sein Engagement in einer Grußbotschaft an die Anwesenden bei der Spendenübergabe. (tp)

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