Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 04.01.2018


Exklusiv

Büste von Albin Egger-Lienz bleibt bis auf Weiteres eine Gruselfigur

Seit September 2017 trägt das Maler-Denkmal in Lienz rotes Spray im Gesicht. Jos Pirkner soll den Schaden beheben, doch das dauert noch.

© UnterwegerDas Denkmal des Malers Albin Egger-Lienz ähnelt nach einer Spray-Attacke einer Gestalt aus einem Horrorfilm.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Wenn es Nacht wird über dem Egger-Lienz-Platz, dann könnte dem einen oder anderen Passanten das Gruseln kommen. Aus der Dunkelheit schimmert den Vorbeigehenden die Büste des großen Malers Albin Egger-Lienz (1868–1926) entgegen, die zurzeit jedoch wenig Ähnlichkeit mit einer Berühmtheit hat. Zwischen dem 1. und dem 6. September 2017 haben Unbekannte das Gesicht der Büste mit roter Farbe besprüht. In Kombination mit dem von unten heraufstrahlenden Licht und den daraus resultierenden Schatten wirkt der große Sohn der Stadt eher wie eine Figur aus einem Horrorfilm.

Das Denkmal des Malers Albin Egger-Lienz ähnelt nach einer Spray-Attacke einer Gestalt aus einem Horrorfilm.Foto: Unterweger
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Die Büste ist eine Arbeit des Tiroler Bildhauers Siegfried Hafner und wurde 1996 auf dem Egger-Lienz-Platz enthüllt – damals noch im Beisein von Künstlertochter Ila, die 2003 starb. Da es sich um eine Bronze handelt, lässt sich der „gruselige“ Schaden nicht so leicht beheben, erklärt die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. „Es handelt sich immerhin um einen Guss, der eine Patina hat. Da kann man nicht einfach drüberputzen.“ Methoden, die sonst bei Sprayspuren zum Einsatz kommen, wie Übermalen oder Sandstrahlen, seien hier keine Option.

Mittlerweile hat die Stadt eine Lösung gefunden: Ein anderer Osttiroler Künstler, nämlich Bildhauer Jos Pirkner, wird helfen, erklärt Blanik. Sobald der 90-Jährige Zeit habe, würde man die Skulptur in Pirkners Atelier bringen. Mit speziellen Methoden und detailliertem Fachwissen sollte der Bildhauer die Büste seines Künstlerkollegen wieder auf Vordermann bringen können. „Das wird aber wahrscheinlich erst im Frühling sein“, meint Blanik.

Von den Sprayern, die die Büste verunstalteten, gibt es keine Spur, sagt der Lienzer Polizeikommandant Hans Gatterer. „Es wurden in der gleichen Zeit mehrere Objekte besprüht. Doch die Täter bleiben unbekannt.“