Letztes Update am Sa, 06.01.2018 14:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wiener Neujahrsbaby

Auch Van der Bellen tritt Hass gegen Neujahrsbaby Asel entgegen

Der Bundespräsident lässt virtuelle Blumen für die kleine Asel regnen, nachdem Internetnutzer Hetze gegen das Wiener Neujahrsbaby und seine Familie betrieben hatten. Caritas-Generalsekretär Schwertner hatte die Initiative „Flowerrain“ gestartet, sein tausendfach geteiltes Posting wurde plötzlich von Facebook gelöscht.

© PfarrhoferBundespräsident Alexander Van der Bellen.



Wien - Bundespräsident Alexander van der Bellen hat für das Wiener Neujahrsbaby virtuelle Blumen regnen lassen. Berichten über die Geburt der kleinen Asel hatten einige Hassposter verhetzende und beleidigende Kommentare folgen lassen, worauf Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner auf Facebook die Initiative „Flowerrain" für die Jungfamilie startete, „um zu zeigen, dass die Liebe größer als der Hass" sei.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren", postete der Bundespräsident dazu am Dreikönigstag. „Zuversicht und Zusammenhalt sind größer als Hass und Hetze. Herzlich Willkommen, liebe Asel! Und: Danke, Klaus Schwertner, für diese wichtige Initiative. (vdb)".

Fall noch nicht gerichtsanhängig

Hassposter hatten mutmaßlich verhetzende Kommentare, unter anderem in Bezug auf das Kopftuch der Mutter und den Namen des Kindes, ins Netz gestellt. Anzeigen gegen die Poster wurden angekündigt. Die Strafverfolgungsbehörden in Wien sind bisher aber noch nicht mit dem Fall befasst, erfuhr die APA am Freitag.

Weder bei der Staatsanwaltschaft Wien noch bei der Polizei wurden bis Freitag Anzeigen vorgelegt. Auch das Landesgericht für Zivilrechtssachen hatte nichts vorliegen - Experten hielten es für möglich, dass das Gericht eine Privatanklage in der Causa behandeln muss. Asel war am 1. Jänner um 0.47 Uhr in der Rudolfstiftung als Tochter von Eltern mit türkischem Migrationshintergrund zur Welt gekommen.

Posting von Schwertner wieder online

Unterdessen hat Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner heftige Kritik an Facebook geübt. Sein tausendfach geteiltes Posting vom Mittwoch verschwand am Freitag von der Plattform. Nach heftigem Protest in und gegenüber dem sozialen Netzwerk, tauchte es einige Stunden später wieder auf. Schwertner vermutet, dass Facebook das Posting gelöscht habe. Der Grund dafür ist unklar. (TT.com, APA)