Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.02.2018


Innsbruck-Land

Kemater Bauernhof ist nicht schützenswert

Der von Bürgermeister Rudolf Häusler am Montag gestoppte Abriss des Bauernhofs im Kemater Ortszentrum wurde fortgesetzt.

© SchwitzerDas Bauernhaus rechts vorne im Bild soll Wohnungen weichen.Foto: Schwitzer



Von Denise Daum

Kematen – Der von Bürgermeister Rudolf Häusler am Montag gestoppte Abriss des Bauernhofs im Kemater Ortszentrum wurde fortgesetzt. Wie berichtet, hat Häusler aufgrund einer fehlenden Genehmigung für die Sperre der Gemeindestraße die Arbeiten einstellen lassen. Alarmiert wurde der Bürgermeister vom Nachbarn. Die Genehmigung wurde nun erteilt, die „Bauwerk Bauholding“, die den Bauernhof erworben hat, kann also weiter abreißen.

Auch ein Mitarbeiter des Denkmalamts war beim Abbruchstopp dabei, nachdem die Frage aufgeworfen wurde, ob an dem Bauernhaus eventuell Teile schützenswert sind. Wie Gabriele Neumann vom Denkmalamt Tirol auf Nachfrage der TT erklärt, habe die Begehung ergeben, dass der Bauernhof zwar fürs Ortsbild ein durchaus interessantes Gebäude sei. „Aber es hat nicht Denkmal-Charakter“, sagt Neumann. Es sei durchaus üblich, dass das Denkmalamt erst in letzter Sekunde informiert werde.

Nachbar Klaus Schwitzer bekräftigte gestern, dass er niemals den Abriss als solchen verhindern wollte. Ihm gehe es lediglich um die zwei Mauern, die direkt an der Grundgrenze stehen. Bei deren Abriss werde unweigerlich sein Grund in Anspruch genommen – um ein Einvernehmen hat sich die Baufirma allerdings bislang nicht bemüht, obwohl der Bürgermeister dazu aufgefordert hatte. „Wenn konsenslos abgerissen wird, bin ich gezwungen, unser Eigentum zu schützen“, so Schwitzer.

„Wenn wir eine Nachbargrundnutzung brauchen, werden wir den Nachbarn auch fragen. Andernfalls gibt es in der Tiroler Bauordnung klare Regeln und an die halten wir uns“, erklärt Hannes Unterluggauer, Geschäftsführer von der Bauwerk.