Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.02.2018


Bezirk Kitzbühel

Poly-Schüler blickten

hinter die Kulissen

Polytechnische Schule Brixen und Kochart arbeiten bei „genialREGIONA­L“ zusammen. Sie wollen Bewusstsein schaffen.

Die Schülerinnen und Schüler der Polytechnischen Schule in Brixen statteten kürzlich den „Milchbuben“ einen Besuch ab und machten sich ein Bild von der Produktion.

© Harald AngererDie Schülerinnen und Schüler der Polytechnischen Schule in Brixen statteten kürzlich den „Milchbuben“ einen Besuch ab und machten sich ein Bild von der Produktion.



Von Harald Angerer

Hopfgarten i. B., Brixen i. Th. – Die Regionalität zu fördern, ist eine Grundidee des Vereins Kochart im Brixental und Leuckental. Seit einigen Jahren hat sich der Verein aus Wirten, der aus einem Leader-Projekt entstanden ist, diesem Thema gewidmet. Aber diese Regionalität findet schon lange nicht mehr nur auf den Tellern und in den Küchen der Wirte statt, sondern zieht ihre Kreise darüber hinaus.

Das reicht von regionalen Produkten von Bauern bis dahin, Mitarbeiter aus der Region zu gewinnen. Eine im vergangenen Herbst ins Leben gerufene Zusammenarbeit von Kochart mit der Polytechnischen Schule Brixen mit dem Namen „genialREGIONAL“ soll das regionale Denken bei den Schülern fördern und sie auch für heimische Produkte und den Tourismus begeistern. Bereits im Herbst fand eine Podiumsdiskussion zum Startschuss des Projektes statt. Das Thema findet sich auch im Unterricht der Schüler immer wieder.

Kurz vor den Ferien machten sich die Poly-Schüler mit ihren Lehrern und Vertretern von Kochart auf nach Hopfgarten, zu den „Milchbuben“. Das sind Markus und Thomas Ehammer, die am Penningberg die Meisterkäserei „Milchbuben“ ins Leben gerufen haben und genau diese Regionalität leben. Die Schüler konnten sich nun von den beiden Brüdern zeigen lassen, wie ihre Camemberts entstehen. Von der Kuh bis zur Käserei sind es bei den „Milchbuben“ nur wenige Meter. „Wir produzieren ausschließlich Käse aus der Milch unserer Kühe“, berichtet Markus Ehammer bei der Betriebsführung. Grundidee war es, den Hof weiter zu bewirtschaften und auch wirtschaftlich davon leben zu können.

„Bei der Käseproduktion ist die Sauberkeit das Wichtigste“, erklärt Thomas Ehammer den 23 Schülern, die sich gerade die Mäntel, Schuhschützer und Haarnetze überziehen. Das Interesse der Schüler war dann recht schnell geweckt. „Wie ist das mit dem Ablaufdatum?“, wollte einer der Schüler wissen, oder auch: „Kann der Käse schlecht werden?“, war eine der Fragen an die beiden Produzenten. „Lebensmittel müssen sicher sein“, betont Markus Ehammer und weiter: „Theoretisch ja“, zur Frage ob Käse schlecht werden kann. Es sei wichtig, die Kühlkette einzuhalten. Natürlich gab es zum Abschluss auch eine Verkostung der Käseprodukte der „Milchbuben“.

„Die Schüler waren sehr interessiert und es hat ihnen gefallen“, freut sich Kurt Tropper von Kochart und Direktor Walter Leitner-Hölzl erklärte: „Der Besuch ist wieder ein Thema im Unterricht und natürlich eine willkommene Abwechslung für die Schüler.“