Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 15.02.2018


Bezirk Imst

Bleistift und iPad leben in Mieming in harmonischer Koexistenz

Die NMS Mieming gilt als Vorreiter im „E-Learning“. Mit „digi4everyone“ setzt man neue Maßstäbe im zeitgemäßen Lernen, der Lehrer wird zum Coach.

© DaumEigene, von den Eltern finanzierte iPads sind in der NMS Mieming aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken.



Von Hubert Daum

Mieming – „Das Lernen hat sich verändert. Ein Frontalunterricht ist seltener geworden“, weiß die Direktorin der Neuen Mittelschule (NMS) Mieming, Andrea Schönherr. Für die Pädagogen ist dies allerdings nur ein Aspekt eines Gesamtunterrichtskonzeptes, das tirolweit neue Maßstäbe setzt. Das digitale Lernen hielt bereits Einzug in die Klassenzimmer der Pilotschule.

„Wir müssen die Chancen der Neuen Medien frühzeitig aufgreifen und in den Schulalltag implementieren“, ist Stefan Pult, einer der beiden Projektleiter, überzeugt. Überzeugt davon ist der NMS-Lehrkörper schon längst: Nach diversen Testphasen und Pilotprojekten gelang bereits im Schuljahr 2015/16 der Einstieg ins „mobil-digitale Klassenzimmer“. Die infrastrukturelle Voraussetzung dafür bot ein mit 20 Geräten bestückter „iPad-Koffer“, der vom Bundesministerium für Bildung zur Verfügung gestellt wurde.

Nun standen viele Schulungen, Seminare, schulische Fortbildungen und praktische Übungstage für Lehrer und Lehrerinnen an. Schönherr: „Die Schüler nahmen die iPads mit großer Begeisterung an. Und uns allen war klar, dass das neue Konzept eine komplette Umorientierung im didaktisch-pädagogischen sowie im praktisch-technischen Bereich erfordert.“ Nun folgte ein Meilenstein: Für das Schuljahr 2016/17 erhielt man vom Ministerium das Zertifikat „eEducation.Expert.School“.

20 schuleigene Geräte wurden angekauft. Die Projektleiter dachten eigene iPad-Klassen an, die ab dem heurigen Schuljahr tatsächlich im Projekt „digi4everyone“ umgesetzt wurden. 74 Schüler der ersten und zweiten Klassen arbeiten aktuell mit Tablets, die von den Eltern finanziert wurden. „Die iPads bieten hervorragende Möglichkeiten, den Unterricht in allen Fächern zu unterstützen. Sie dienen als Werkzeug“, zeigt sich Projektleiter Clemens Krabacher stolz. Bleistift und Schulbücher haben nicht ausgedient, Aufgaben werden auch weiterhin handschriftlich erledigt. Der Erfolg zieht bereits Kreise: Die Volksschulen Barwies und Stams wurden „digital angesteckt“.

Usus in den Klassen: Das iPad begleitet den Lernprozess.
- Daum



Kommentieren


Schlagworte