Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 19.02.2018


Bezirk Kufstein

Pfusch auf der Piste: Nicht jeder Skilehrer ist auch einer

Wildschönauer Skischulbetreiber beklagt „Invasion“ von ausländischen Skilehrern und befürchtet Pfusch auf der Piste.

© Silberberger



Von Wolfgang Otter

Wildschönau – Der Wildschönauer Skischulbesitzer Richard Mühlegger blickt verärgert auf die Pisten des Skigebiets im Hochtal. Nicht weil sich dort viele Touristen tummeln, sondern weil dort so mancher Skilehrer aus dem Ausland seiner Meinung nach gar nicht Schüler betreuen dürfte. 150 bis 200 Skilehrer aus dem Ausland seien gerade in Wildschönau tätig, so schätzt Mühlegger. Oft kommen sie gleich mit den Reisegesellschaften. „Wenn ein solcher Skilehrer eine entsprechende Ausbildung hat, dann ist das in Ordnung. Aber ich vermute, dass viele darunter keine entsprechende besitzen“, sagt Mühlegger zur TT. „Die bekommen hier eine Woche Urlaub bezahlt und fahren dafür mit den Leuten herum oder wie in einem Fall, der mir bekannt ist, war das eigentlich der Reiseleiter“, will der Wildschönauer Schulbetreiber wissen. „Bei uns muss jeder zumindest die Anwärterausbildung haben, sonst darfst du ihn gar nicht anstellen“, zeigt Mühlegger auf. Die Ausbildung sei aufwändig und mit Kosten verbunden.

Ausländische Skilehrer müssten mindestens eine Ausbildung – vergleichbar mit der Tiroler – aufweisen und sich auch hier anmelden, erklärt man beim Tiroler Skilehrerverband. Das Problem der ausländischen Skilehrer ist „nicht neu und auch nicht auf die Wildschönau beschränkt“, führt Geschäftsführer Christian Abenthung aus. Auf alle Fälle muss sich auch ein geprüfter Skilehrer anmelden, „ansonsten ist seine Tätigkeit illegal“, betont Abenthung. Er rät Mühlegger, eine Anzeige zu erstatten, „dann wird es von der Behörde überprüft“, erklärt Abenthung. Die örtlichen Skischulen stünden aber zu oft im Spannungsfeld mit den Bergbahnen und Hoteliers, die über die Reisegruppen erfreut sind. „Aber von Innsbruck aus kann man nicht einfach Anzeigen erstatten, dazu brauchen wir die Schulen vor Ort“, sagt der Verbandsgeschäftsführer.

Bei der Bezirkshauptmannschaft Kufstein gab es die vergangenen Jahre keine Anzeige wegen illegaler Skilehrer, wie auf Anfrage zu erfahren ist.