Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 04.03.2018


Tirol

Caritas strukturiert Familienhilfe um

© Getty Images/iStockphoto



Von Alexandra Plank

Innsbruck – Für einige Verunsicherung sorgte dieser Tage das Gerücht, die Caritas Tirol wolle einen Teil der Familienhilfe, namentlich die Sozialpädagogische Familienhilfe (SFH), reduzieren.

Caritas-Direktor Georg Schärmer stellt gegenüber der Tiroler Tagezeitung mit Nachdruck fest, dass es lediglich zu einer Umstrukturierung kommen solle. Kündigungen seien weder erfolgt, noch geplant. „Es ist so, dass wir die Not im Land spüren und diesen Bereich ausbauen wollen, damit wir schnell und unbürokratisch reagieren können“, erklärt Schärmer. Er will nähere Details demnächst bekannt geben. Die Caritas bietet in Tirol zwei Formen der Familienhilfe an. Zum einen gibt es den Entlastungsdienst. Hier fungiert Familienhilfe als „Krisenfeuerwehr“, die ins Haus kommt, wenn es akute Notsituationen und kurzfristige Betreuungsengpässe für Kinder gibt. Die Mitarbeiterinnen der Caritas unterstützen und entlasten die Familie in dieser Zeit in ihrem Alltag.

Die Sozialpädagogische Familienhilfe ist indes ein Unterstützungsangebot für Familien in Krisen. Hier besteht eine Zusammenarbeit mit der Jugendwohlfahrt. Um diesen Bereich ist es zuletzt zu Irritationen gekommen. Gabriele Herlitschka, Leiterin des Amtes für Jugendwohlfahrt in Innsbruck sagt dazu: „Wir arbeiten bei der ambulanten Familienbetreuung mit mehreren Partnern zusammen – auch mit der Caritas. Das Angebot der Sozialpädagogischen Familienhilfe der Caritas ist einzigartig. Hier werden praktische Tipps und Hilfe bei der Bewältigung des Alltags mit der psychologischen Unterstützung perfekt kombiniert.“ Die Warteliste sei lang, die Caritas bekomme die Kosten ersetzt. „Meines Wissens gibt es dieses besondere Angebot nur in der Diözese Innsbruck, ich schwärme immer in den anderen Bundesländern davon.“

Bei der ambulanten Familienbetreuung stimmen Eltern, die mit der Erziehung überfordert sind, einer Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe zu. Es gibt eine recht große Zahl an verschiedenen Auftragnehmern wie SOS Kinderdorf, Pro Juventute oder Heilpädagogische Familien. Sie schicken Sozialarbeiter, Pädagogen oder Psychologen in die Familien. Sie haben die Aufgabe abzuschätzen, ob die Kinder gut versorgt werden, es eine tragfähige und liebevolle Beziehung zwischen Eltern und Kind gibt und in Extremfällen, ob Kinder in der Familie bleiben können. „Es gibt selbstständige Auftragnehmer, die können wir aber nicht bei so akuten Fällen einsetzen, wenn die Familien eine jahresdurchgängige Betreuung benötigen. Da geht es nicht, dass eine Einzelperson wegen Urlaub oder Krankenstand ausfällt“, so Herlitschka.