Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 15.03.2018


Uni Innsbruck

Auch Schüler sollen schon an die Uni dürfen

Das Rektorat der Uni Innsbruck plant etliche Neuerungen für Studierende und Studienwillige.

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© LFU



Innsbruck – Studenten loswerden? Nein, das will die Uni Innsbruck nicht. Diese Botschaft sendete die Universitätsleitung gestern bei ihrer Halbzeitbilanz aus. „Studieren soll in Innsbruck können, wer will und was er will“, betonte Rektor Tilmann Märk vor Medien. Und das „Was“ will die Alma Mater sogar um einige Angebote erweitern.

Die geplante Umstellung auf die Studienplatzfinanzierung sieht Märk dazu nicht im Widerspruch – im Gegenteil. Sie erlaube in den besonders nachgefragten Fächern künftig mehr Personal und damit ein besseres Betreuungsverhältnis. Das erhöhe wiederum die Zahl der prüfungsaktiven Studierenden und Absolventen. Zugangsbeschränkungen hält der Rektor „aus heutiger Sicht“ nicht für notwendig, eine Ausnahme sei die Psychologie.

Abgesehen von der 2016 geschaffenen Möglichkeit, auch in Lienz und in Landeck einen akademischen Grad zu erwerben, wird die Uni auch am Standort Innsbruck ihr Angebot erweitern – und zwar um die Studien Chemieingenieurwissenschaften und Elektrotechnik. Diese werden das Land Tirol und die Wirtschaft durch Stiftungsprofessuren unterstützen.

Mehr Attraktivität verspricht das Rektorat auch für die schon bestehenden Studien. Man wolle wieder weg von den verschulten Studienplänen hin zu mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Studierenden, erklärte der zuständige Vizerektor Bernhard Fügenschuh. So soll es künftig für jedes Studium Ergänzungspakete aus anderen Bereichen geben. Begonnen werde mit dem Vertiefungsfach Digitalisierung. Später können dann beispielsweise Sprachpakete oder juridische folgen. Und das Angebot eines einjährigen fachfremden Studiums nach dem Bachelor soll den Weg in neue Wissenschaftsgebiete ebnen. Auch hier will die Uni mit Informatik starten.

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Und schließlich will Märk schon jenen „AHS- und BHS-Schülern, die Lust und Zeit haben“, die Möglichkeit bieten, ein Informatik-Vorstudium zu belegen. „Wenn sich das bewährt, könnten wir das auf andere Fächer ausweiten.“

Was die ab Herbst von der Politik gestrichene Gebührenerstattung für berufstätige Langzeitstudenten angeht, verhandle man noch mit der ÖH, sagt Rektor Märk. Einige andere Unis hatten angekündigt, die Studiengebühren aus ihrer Kasse zu erstatten. Die Uni Innsbruck hofft, ihre Lösung nach Ostern präsentieren zu können. (sta)