Letztes Update am Mi, 09.05.2018 14:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreich

Französin wurde bei Notruf nicht ernst genommen und starb

Der Tod einer jungen Frau im Elsass, deren Notruf zuvor nicht ernst genommen worden war, hat in Frankreich Entrüstung ausgelöst.

Symbolbild.

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Straßburg – In Frankreich hat der wohl vermeidbare Tod einer jungen Frau große Empörung ausgelöst: Die 22-Jährige starb, nachdem sie den Notruf wählte und dort nicht ernst genommen wurde. Gesundheitsministerin Agnes Buzyn zeigte sich am Dienstagabend per Kurznachrichtendienst Twitter „zutiefst betroffen“. Sie gab an, Ermittlungen zu den „gravierenden Fehlern“ des Notdienstes angeordnet zu haben.

Naomi Musenga hatte Ende Dezember wegen starker Bauchschmerzen den Notruf gewählt, wie elsässische Medien jetzt berichteten. Auf der dreiminütigen Aufzeichnung ist zu hören, wie Musenga starke Schmerzen beklagt und sich sorgt, dass sie sterben könnte.

Frau erlitt Herzinfarkt

Am anderen Ende der Leitung antwortet eine Frau: „Natürlich wirst du irgendwann sterben, wie alle anderen auch.“ Außerdem ist zu hören, wie sie sich mit einem Kollegen über Musengas Anruf amüsiert. Sie rät der jungen Frau, sich einen Arzt über einen kostenpflichtigen Notdienst nach Hause zu bestellen.

Fünf Stunden später rief Musenga erneut an und wurde von einem Notarzt ins Krankenhaus gebracht. Wenig später erlitt sie einen Herzinfarkt und starb. Einem Bericht der französischen Tageszeitung Le Monde zufolge ergab eine Autopsie, dass multiples Organversagen der Grund für ihren Tod war. Der Fall befeuerte die Debatte über das französische Gesundheitswesen. Schon seit Wochen beklagen Ärzte und Krankenpfleger, dass es zu wenig Personal und Ressourcen gibt. (APA/AFP)

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