Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.05.2018


Kufstein

Viel Lärm um Spielverbot

Tippfehler oder Irrtum? Sonntags blieb ein Kufsteiner Spielplatz bislang geschlossen.

© DietreSpielverbot an Sonn- und Feiertagen? „Keinesfalls“, sagt Bürgermeister Martin Krumschnabel. Das Schild sollte es gar nicht geben.Foto: Dietre



Von Jasmine Hrdina

Kufstein – Empörte Väter und Mütter hinterließ ein Schild beim Kinderspielplatz am Kufsteiner Fischergries. „An Sonn- und Feiertagen und täglich in der Zeit von 12 bis 15 und 20 bis 9 Uhr ist die Benutzung nicht gestattet“ war darauf zu lesen.

„Das ist eine Frechheit. Sonn- und Feiertage sind die einzigen Tage, an denen auch mein Mann mit unserem Sohn auf den Spielplatz gehen kann“, ärgert sich Sandra Dietre über die vermeintliche „Familienpolitik“ der Stadt. Seit neun Jahren wohnt sie in der Stadt Kufstein, am vergangenen Donnerstag entdeckte sie die Tafel, als sie mit ihrem 20 Monate alten Sohn den Spielplatz erstmals aufsuchte.

Die Wahlkufsteinerin wandte sich gleich an die Stadt – und erhielt eine überraschende Antwort: Das Schild ist falsch. „Selbstverständlich ist es erlaubt, an Sonn- und Feiertagen auf dem Spielplatz zu spielen“, berichtigt Bürgermeister Martin Krumschnabel.

Es dürfte sich um einen Tippfehler handeln oder einen Irrtum eines Mitarbeiters. Für den Spielplatz gebe es nämlich keine eigene Verordnung, soll heißen: Das Schild ist überflüssig, es gilt die allgemeine Lärmschutzverordnung der Gemeinde. Zwischen 12 und 14 Uhr bzw. 20 und 7 Uhr bzw. an Sonn- und Feiertagen gelten Ruhezeiten, wie es auch auf privaten Grundstücken der Fall ist.

„Das heißt aber nicht, dass man gar nicht spielen darf, sondern dass man sich ruhiger verhalten muss als in der restlichen Zeit“, betont Krumschnabel und weist noch einmal ausdrücklich darauf hin: „Spielen kann man an sieben Tagen in der Woche.“

Einzige Ausnahme hinsichtlich der Ruhezeiten auf Kufsteins Spielplätzen sei der Franziskanerplatz in Sparche­n. Dort muss es auch während der Gottesdienste in der angrenzenden Kirche ruhi­g sein.

Am Fischergries reagierte die Stadtgemeinde prompt, die Tafel wurde rasch entfernt. Seit wann diese schon dort gehangen hat und wieso sie überhaupt angebracht wurde, weiß niemand. Mehr als dreieinhalb Jahre können es allerdings nicht sein, ist darauf doch bereits das neue Logo der Stadt – das „K“ – abgebildet. Dieses wurde erst Ende 2014 eingeführt.




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