Letztes Update am Mo, 14.05.2018 09:58

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Asien

Kambodscha erhebt erstmals Anklage wegen Majestätsbeleidigung

Ein Schuldirektor soll sich im Internet mehrfach abfällig über König Norodom Sihamoni geäußert haben. Jetzt drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.

© AFPAuf die Beleidigung des Königs Norodom Sihamoni stehen in Kambodscha hohe Strafen.



Phnom Penh – Kambodscha hat erstmals Anklage wegen eines umstrittenen neuen Gesetzes gegen Majestätsbeleidigung erhoben. Einem Schuldirektor drohen nach einem Bericht der Zeitung Phnom Penh Post (Montag) bis zu fünf Jahre Haft, weil er sich im Internet mehrfach abfällig über König Norodom Sihamoni geäußert haben soll. Zudem läuft der Lehrer Gefahr, bei einer Verurteilung bis zu 2100 Euro Geldstrafe zahlen zu müssen.

Das Gesetz war erst im Februar in Kraft getreten. Viele sehen darin auch einen Versuch, kritische Meinungsäußerungen zu unterdrücken. Der König hat in dem südostasiatischen Staat eher repräsentative Aufgaben. Als Kambodschas eigentlicher starker Mann gilt Premierminister Hun Sen, der bereits seit Mitte der 1980er Jahre an der Macht ist. (dpa)