Letztes Update am Mi, 16.05.2018 11:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rap

„Nazi-Bitch“: Alice Weidel will sich gegen Farid Bang wehren

Der umstrittene Rapper bezeichnete die Politikerin als “Nazi-Bitch“, Weidel hingegen nannte Farid Bang einen “asozialen Marokkaner“.

© AFP/Reuters



Berlin — Nach einer Verbalattacke in einem Song prüft die deutsche AfD-Politikerin Alice Weidel rechtliche Schritte gegen den Rapper Farid Bang. Sie schaue, ob und wie man dagegen vorgehen werde, sagte Weidels Pressereferent Daniel Tapp am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Weidel habe sich aber noch keine abschließende Meinung gebildet. Sie wolle den Angriff zunächst nicht kommentieren. Ihr Partei- und Vorstandskollege Alexander Gauland hingegen sagte der Bild, der Liedtext sei „ekelhaft und menschenverachtend".

Nach dem Eklat um die Echo-Auszeichnung für sein umstrittenes Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3" hat Rapper Farid Bang einen neuen Song aufgenommen, in dem er die AfD-Politikerin attackiert. Der 31-Jährige veröffentlichte am Montagabend auf Instagram einen rund 20 Sekunden langen Ausschnitt, in dem er Weidel unter anderem als „Nazi-Bitch" bezeichnet und droht, ihr das Nasenbein zu brechen. Weidel reagierte zunächst nicht auf den verbalen Angriff.

Bang und sein Rap-Partner Kollegah waren im April trotz von vielen als antisemitisch empfundener Textzeilen mit dem Echo ausgezeichnet worden. Weidel hatte damals getwittert, Bang sei "nichts weiter als ein asozialer Marokkaner" - eine Anspielung auf dessen Song "Asozialer Marokkaner". Der Musiker hat marokkanische Wurzeln, wurde aber in Spanien geboren und lebt seit seiner Kindheit in Deutschland.

Die Debatte um heftig kritisierte Textzeilen wie „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" hat Bang und Kollegah die Zusammenarbeit mit ihrer Plattenfirma gekostet: Ende April gab die Bertelsmann Music Group bekannt, sich von den beiden Rappern getrennt zu haben. (APA/dpa/TT.com)